Therapiezentrum soll wachsen dürfen

Lage in einem Wohngebiet veranlasst die Gemeinde Oberzent allerdings zur Vorsicht. Ein Bauleitplan soll helfen.

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BEERFELDEN. So sehr sich die Stadt Oberzent in vielen Geschäfts- und Lebensbereichen anstrengen muss, ihr Zentrum Beerfelden wieder attraktiv zu machen, so eindeutig kann sie zumindest mit einem Gesundheits-Fach renommieren: In Physiotherapie und Trainingslehre ist sie dank der Kompetenz und Eigeninitiative entsprechender Spezialisten weithin gefragt. Mit dem neuesten Vorstoß von Praxisinhaber Werner Janowicz tut sich die Stadt offenbar dennoch nicht leicht.

Innovation Kältekammer braucht Platz

Vorgenommen hat sich Gesundheits-Unternehmer eine Erweiterung seines Therapiezentrums an der Gerhart-Hauptmann-Straße. Wie der mit dem Genehmigungsverfahren für das Projekt betraute Stadtbaumeister Peter Bauer erklärt, will Janowicz im bestehenden Gebäude eine Kältekammer schaffen, um mit dieser neuartigen Technik besonders schmerzempfindliche Patienten behandeln zu können. Für die dazu notwendigen Sanitärräume muss er allerdings einen Anbau im Untergeschoss errichten. Im Sinne der Schonung der Umgebung soll das zusätzliche Gebäude nur zu einem Drittel aus der Erde ragen, dennoch rechnet die Stadt mit Nachbarschaftsproblemen. Vor diesem Hintergrund ist das Thema in den Blick des Bauausschusses der Stadtverordnetenversammlung gerückt, dessen Mitglieder sich in ihrer jüngsten Sitzung einen Vor-Ort-Termin Mitte April vornahmen. Sie reagierten damit auch auf den Rat des Kreisbauamts, das Projekt über einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan abzusichern, um möglichem Streit aus dem Weg zu gehen. Bauer zufolge soll der Plan vor allem das „Wie“ der Bebauung klären. Am „Ob“ soll im Sinne der Praxis-Entwicklung nicht gerüttelt werden. Nach der Baunutzungsverordnung sei das Vorhaben in einem allgemeinen Wohngebiet zulässig. Deshalb gehe es bei Beteiligung der Öffentlichkeit und der Träger öffentlicher Belange um das Drumherum, so den Autoverkehr oder die Gefahr wilden Parkens in der Umgebung.

Ein Stellplatznachweis, so Bauer, könne über den vorhabenbezogenen Bebauungsplan gefordert werden und solchen Sorgen abhelfen. „Gerechter kann man ein Verfahren nicht machen“, sagte Bauer. Denn in einem „normalen“ Bebauungsplan wäre eine bestimmte Zielsetzung nicht möglich. Der Chef des Stadtbauamts wies außerdem darauf hin, dass keine zusätzlichen Therapieplätze und -formen geplant seien, sondern sich lediglich das Angebot verändere. Zudem bewege sich die Therapiepraxis innerhalb des Portfolios allgemeiner Wohngebiete, wo etwa auch Kindergärten oder Gaststätten zulässig seien.