Projektierer Juwi hat klare Pläne mit dem Katzenwinkel bei Etzean

Eingerahmt vom Kulturdenkmal des Beerfelder Galgens (rechts) und dem Protestzeichen des Goldenen Windrads (links), liegt zwischen Etzean und Airlenbach der Höhenzug Katzenwinkel. Dort will Projektierer Juwi fünf Windräder bauen. Foto: Heidemarie Canis  Foto: Heidemarie Canis

Der Windräder-Projektierer Juwi (Wörrstadt) hält ungeachtet des Widerspruchs aus Bürgerschaft, Naturschutz und Lokalpolitik an seinem Ziel fest, den Höhenzug Katzenwinkel...

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ETZEAN. Der Windräder-Projektierer Juwi (Wörrstadt) hält ungeachtet des Widerspruchs aus Bürgerschaft, Naturschutz und Lokalpolitik an seinem Ziel fest, den Höhenzug Katzenwinkel beim Oberzenter Stadtteil Etzean mit fünf Windrädern zu bebauen. Für die Inbetriebnahme visiert das Unternehmen den Sommer 2020 an, wie die Projektleiter Sebastian Weber und Meike Zolitschka bei einer Vorstellung ihrer Pläne gegenüber dieser Zeitung erklärten.

Eingerahmt vom Kulturdenkmal des Beerfelder Galgens (rechts) und dem Protestzeichen des Goldenen Windrads (links), liegt zwischen Etzean und Airlenbach der Höhenzug Katzenwinkel. Dort will Projektierer Juwi fünf Windräder bauen. Foto: Heidemarie Canis  Foto: Heidemarie Canis
Eingerahmt vom Kulturdenkmal des Beerfelder Galgens (rechts) und dem Protestzeichen des Goldenen Windrads (links), liegt zwischen Etzean und Airlenbach der Höhenzug Katzenwinkel. Dort will Projektierer Juwi fünf Windräder bauen. Foto: Heidemarie Canis  Foto: Heidemarie Canis

Nach der dabei vermittelten Übersicht sollen die fünf Anlagen ihren exakten Standort entlang des Verbindungssträßleins zwischen Beerfelden und Güttersbach finden. Vier Windräder sollen diese Verbindung in einer Reihe etwas östlich versetzt flankieren, eines ist nach Süden vorgeschoben für die Kuppe des Felgenwalds vorgesehen. Dabei werden einzelne Standorte bis auf 700 Meter an Etzean heranreichen, wenn man das Hofgut mit seiner Pferdezucht zur Ortslage rechnet. Zum Ortskern wollen die Projektierer einen Kilometer Abstand halten.

Antragsteller betont Effizienz der Anlagen

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Aufgesetzt werden sollen dem Höhenzug zwischen Etzean, Airlenbach, Güttersbach, Hüttenthal und dem Marbach-Stausee Aufbauten mit einer Gesamthöhe von 229,5 Meter, einem Rekordmaß für den Odenwald. Was Natur- und Landschaftschützer kritisch betrachten, wertet die Energiebranche dabei als Vorzug: „Gerade der hier eingesetzte Typ eignet sich bestens, um die Luftbewegung über Land auszunutzen“, unterstreicht Projektleiterin Zolitschka und sieht damit einem der am meisten vorgetragenen Argumente gegen Rotoren im Mittelgebirge den Wind aus den Segeln genommen. Letzte Zweifel an der Effizienz würden hier die Ergebnisse der laufenden Windmessungen beseitigen.

„Diese Gegenkontrolle erklärt sich aber vor allem aus dem Bestehen von Banken und Finanziers auf erhärtete Daten“, lässt der Projektleiter wissen. Damit lässt er auch die Messungen von Entega und Energiegenossenschaft Odenwald (EGO) in Würzberg in einem anderen Licht erscheinen. Von deren Projekt unterscheidet sich das Vorhaben der Pfälzer in seiner lokalpolitischen Akzeptanz. Denn die Michelstädter Gremien tendieren bisher zur Kooperation, weil sie das in Frage stehende Areal Mies in der kreisbezogenen Flächennutzungsplanung selbst als Windräder-Standort akzeptiert haben. Von diesem Widerspruch zumindest im Fall des Katzenwinkels verschont, ziehen die Oberzenter Gremien alle Register gegen den Anlagenbau bei Etzean. Sie verweigern beispielsweise den für die Andienung erforderlichen Gestattungsvertrag.

Dem stellt Juwi-Öffentlichkeitschef Felix Wächter die Erwartung gegenüber, doch noch mit der Stadt ins Gespräch zu kommen. Das Szenario einer Klage des Unternehmens gegen die Kommune will er deshalb derzeit nicht diskutieren. Frühzeitige Klarheit allerdings können die Pfälzer für zumindest zwei ausstehende Schritte nur zu gut gebrauchen: für die Ausschreibung, in der sie sich über den Planungsabschluss hinaus noch einmal für die Verwirklichung bewerben müssen, und für das Werben um einen späteren Betreiber samt möglicher Mitinvestoren.

Nehmen wollen die Pfälzer die verbleibenden Hürden im Verlauf des nächsten Jahres und gehen dabei davon aus, dass die Voraussetzung dafür in Form der Genehmigung durch das Regierungspräsidiums bis dahin geschaffen ist: Entscheiden muss die Behörde binnen sieben Monaten, nachdem die Vollständigkeit der Antragsunterlagen bescheinigt wurde. Und die hat Juwi nach eigener Lesart mit einer nun eingereichten Nachbesserung zur Analyse der Umweltverträglichkeit hergestellt.

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Ob das auch Bürgerinitiativen und das Naturfach so sehen, steht zumindest zu bezweifeln. Wie berichtet, haben die anerkannten Sachverständigen der Initiative Hoher Odenwald (Waldbrunn) mit Blick auf das Vorkommen geschützter Vögel wie des Schwarzstorchs und die Nähe zu den wertvollen Feuchtgebieten des Marbach-Stausees ein Nein der Baugenehmigung als wahrscheinlich angemessenes Szenario eingestuft. Kategorisch fällt die Ablehnung bei der Bürgerinitiative Gegenwind Beerfelden-Rothenberg aus, die neben der Natur auch die Identität der Oberzent bedroht sieht und etwa auf die drohende Veränderung der Kulisse des Denkmals Beerfelder Galgen verweist.