BI Gegenwind befragt Bürgermeisterkandidaten Oberzent zur...

Eines der fünf Windräder am Geisberg bei Elsbach.Archivfoto: Gerhard Grünewald  Foto:

Meinungen zum Thema Windenergie hat vor der anstehenden Kommunalwahl am 29. April und der Wahl des Bürgermeisters für die neue Stadt Oberzent die Bürgerinitiative...

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OBERZENT. Meinungen zum Thema Windenergie hat vor der anstehenden Kommunalwahl am 29. April und der Wahl des Bürgermeisters für die neue Stadt Oberzent die Bürgerinitiative „Gegenwind Beerfelden-Rothenberg“ erfragt. Ein sieben Punkte umfassender Fragenkatalog richtete sich an die sieben Bürgermeisterkandidaten angesichts der aktuellen Planungsabsichten, Windkraftanlagen auf dem Katzenwinkel (Etzean/Airlenbach) und dem Finkenberg (Falken-Gesäß/Hinterbach/Olfen) zu errichten.

Eines der fünf Windräder am Geisberg bei Elsbach.Archivfoto: Gerhard Grünewald  Foto:

Die Kandidaten Oliver von Falkenburg, Thomas Ihrig, Erik Kadesch, Christian Kehrer, Andreas Krauch und Claus Weyrauch haben der Bürgerinitiative ihre Antworten mit dem Fragebogen und ihre Erläuterungen zurückgegeben. Lediglich der Kandidat der Grünen, Thomas Väth, ließ die Fragen unbeantwortet und ohne Rückäußerung. Dies teilte der ehemalige Odenwälder Landrat Horst Schnur für die Bürgerinitiative mit.

Die sieben, im Stil einer Meinungsumfrage verfassten Fragen konnten mit ja oder nein beantwortet werden und ließen persönliche Meinungen als Ergänzungen zu, erklärt er weiter. Alle Kandidaten, die sich geäußert haben, lehnen laut Schnur eine Zerstörung der Landschaft im Stadtgebiet Oberzent durch den Bau von Rotoren ab. Dies erfreut die Bürgerinitiative ebenso wie ergänzende Antworten, die mit den von ihr öffentlich kundgemachten Äußerungen übereinstimmen.

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Eine gewisse Brisanz erkennt die BI darin, dass die parteigebundenen Kandidaten in der Ablehnung der Windräder auf Odenwaldhöhen eine gegenläufige Auffassung zur aktuellen Haltung ihrer Partei vertreten. Alle halten Mangel an Wind im Odenwald für ein Argument gegen den Bau von Rotoren. Sie sehen außerdem den Arten-, Trinkwasser-, Denkmal-, Wald- und Naturschutz sowie die Umweltverträglichkeit nicht oder nicht hinreichend erfüllt.

Kritik am Verlust der Selbstverwaltung

Überwiegend kritisieren die Bürgermeisterkandidaten den Verlust an kommunaler Selbstverwaltung und an Planungshoheit in der Stadt Oberzent. Ein Bewerber erkennt aber ein Problem in den privilegierten Flächen, die kommunale Standorte zu den Nachbarn überschreiten.

Bis auf einen Kandidaten, der die Antwort ausgelassen hat, sind alle der Auffassung, dass die Oberzent-Kommunalpolitiker wie Bürgermeister, Magistrat und Stadtverordnete ihre Möglichkeiten zum Widerstand gegen die Errichtung von Windrotoren ausnutzen sollten; das könne mit Beschlüssen der Gremien und juristischem Beistand geschehen. Ein Bewerber verweist auf die jüngst getroffene ablehnende Beschlussfassung der Stadtverordnetenversammlung Oberzent.

Alle vertreten die Ansicht, Windräder auf den Odenwaldhöhen beeinträchtigen die Lebensqualität der Bevölkerung. Im Gegenzug sehen sie in einer von Rotoren unbebauten Landschaft „eine Chance für eine Gesundheitsregion sowie für den Tourismus und für die Lebensqualität“ der Bürger und ihrer Gäste.

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Nun hofft die Bürgerinitiative, dass die neue Stadtverordnetenversammlung ihre Kritik verstärkt und die Meinungsführerschaft der Bürgermeisterkandidaten in Parteien wie in Gesprächsrunden eine „Haltung gegen die Landschaftszerstörung“ durch Rotoren bewirkt. Anderes lasse eine nichtöffentliche Besprechung des Magistrats mit der Planungsfirma Enercon vermuten, die auf dem Finkenberg sechs Windräder errichten will. Während der Magistrat das Projekt nicht abgelehnt habe, komme der Meinung der Kandidaten besondere Bedeutung zu.

Von Elmar Streun