Michelstadt erwartet baldige Gerichtsentscheidung zu...

Am Standort Felgenwald bei Vielbrunn/Würzberg sollen zwei Windräder errichtet werden (das Bild zeigt eine Anlage am Geisberg zwischen Erbach und Mossautal). Die Genehmigung des RP liegt vor, Michelstadt hat gegen die Erlaubnis geklagt.Archivfoto: G. Grünewald  Foto:

Die Stadt Michelstadt erwartet noch für diesen Monat eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts Darmstadt zur Errichtung zweier Windkraftanlagen in der Gemarkung Felgenwald bei...

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MICHELSTADT. Die Stadt Michelstadt erwartet noch für diesen Monat eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts Darmstadt zur Errichtung zweier Windkraftanlagen in der Gemarkung Felgenwald bei Vielbrunn/Würzberg. Wie Bürgermeister Stephan Kelbert auf ECHO-Nachfrage darlegte, richtet sich die Klage der Kommune gegen den sogenannten Sofortvollzug des Vorhabens: Das Regierungspräsidium Darmstadt hatte der Firma WHS Enertec GmbH (Erzhausen) in der Genehmigung der beiden jeweils 217 Meter hohen Windräder (149 Meter Nabenhöhe, 136 Meter Rotorendurchmesser) erlaubt, unmittelbar mit dem Bau und seinen Vorbereitungen zu beginnen.

Kommune hat fristgerecht Klage eingereicht

Dieser Bescheid war bereits im Dezember erlassen worden und auch im Michelstädter Stadthaus eingegangen. Die Kommune habe, so Kelbert, fristgerecht Klage eingelegt – so wie auch schon gegen die beiden ursprünglich an dieser Stelle geplanten Rotoren. Ein erster, vom RP ebenfalls genehmigter Antrag des Projektierers hatte – wie berichtet – auf zwei mit 170 Meter Gesamthöhe deutlich niedrigere Rotoren gezielt.

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Eine öffentliche Bekanntmachung, mit der das Darmstädter Regierungspräsidium diese Woche auch im Odenwälder Echo über die geänderte Genehmigung der beiden Windkraftanlagen informiert hat, enthalte insofern für die Stadt keine neuen Erkenntnisse, so Kelbert. Vielmehr sei diese Veröffentlichung an die Allgemeinheit gerichtet. Bescheid und Begründung liegen bis Montag, 20. Februar, bei der Behörde in Darmstadt aus, die Frist für mögliche Klagen läuft bis Montag, 20. März, heißt es in der Bekanntmachung.

Weil am geplanten Standort der beiden Windräder unweit eines dort in den vergangenen Jahren aufgeschütteten Erdhügels Munitionsrückstände aus dem Zweiten Weltkrieg liegen könnten, ist der Genehmigungsbescheid mit entsprechenden Auflagen verknüpft. Wie das Regierungspräsidium auf Nachfrage ergänzend mitteilte, ist vor Beginn der geplanen Arbeiten „eine systematische Überprüfung (Sondierung auf Kampfmittel) auf den Grundstücksflächen erforderlich“.

Diese Untersuchungen seien noch nicht abgeschlossen, sagte Dr. Gerhard Wannemacher als einer der Geschäftsführer von WHS Enertec dieser Zeitung. Wie er weiter darlegte, befinden sich die beiden Flächen innerhalb beziehungsweise unmittelbar am Rand des Areals, das der Odenwaldkreis selbst in seinem – derzeit nach Ablehnung seitens des RP auf Eis liegenden – Flächennutzungsplan als potenziellen Windkraftstandort ausgewiesen habe.

Wannemacher rechnet daher nicht mit einer ablehnenden Entscheidung des Gerichts und verwies überdies auf die Effizienz der beiden geplanten Windräder: Mit ihrer Nennleistung von 3,45 Megawatt seien sie in der Lage, den gesamten Bedarf an Haushaltsstrom in Michelstadt zu decken.