Köstliches aus dem Treppenhaus

Redebedarf: Markus (Henning Funck), Ewald Brummel (Rainer Hoppman) und Frau Knoop (Ingrid Grabwohl) in dem Stück „Tratsch im Treppenhaus“, das am Wochenende in Rehbach aufgeführt wurde. Foto: Heidemarie Canis

Das Rehbacher Amvieh-Theater gefällt mit Schwank, den einst das Ohnesorg-Ensemble bekannt gemacht hat.

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REHBACH. Einen amüsanten Abend mit „Tratsch im Treppenhaus“ erlebten die Zuschauer beim Rehbacher Amvieh-Theater, das sich in diesem Jahr die Komödie in vier Akten von Jens Exler als Stoff ausgesucht hat. Mitte der Sechziger wurde der Schwank durch eine Aufführung des Ohnesorg-Theaters mit Heidi Kabel und Henry Vahl bekannt, die zu Silvester im Fernsehen lief.

Schon lange vor Beginn der Premiere waren die 84 Sitzplätze im Rehbacher Amvieh-Theater besetzt, die Spannung beim Publikum war groß. Schließlich kommen viele Besucher schon seit Jahren zu den Aufführungen, mit denen die Rehbacher Akteure immer wieder aufs Neue begeistern. Spielleiter Rainer Hoppmann und Loni Jaksche kommentierten: „Seit 2011 spielen wir einmal jährlich, meist Boulevardkomödien oder Krimis. Das diesjährige Stück hatten wir schon lange in der Schublade.“

Seit dem Frühjahr wird eifrig geprobt

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Seit dem Frühjahr probten die Laienschauspieler einmal wöchentlich in den Kellerräumen des Dorfgemeinschaftshauses, wo die vorgefertigten Kulissenteile mit den vielen Türen aufgestellt waren. Erst als vor 14 Tagen die Bühne stand, liefen die Proben im großen Veranstaltungsraum des Dorfgemeinschaftshauses. Weil der allen Vereinen zur Verfügung steht und für unterschiedlichste Termine genutzt wird, muss immer relativ kurzfristig auf- und abgebaut werden. Doch der Aufwand für die Theaterleute und ihre freiwilligen Helfer lohnte sich auch diesmal: Sobald sich der Vorhang hob, gab es begeisterten Beifall für das Bühnenbild.

Zum Inhalt: Hanne Knoop (Ingrid Gradwohl) und Ewald Brummer (Rainer Hoppmann) wohnen in der dritten Etage eines Mietshauses. Brummer, ein pensionierter Beamter, möchte seine Ruhe, ihn stört die Musik, die aus Frau Knoops Wohnung kommt. Bei einem Wortwechsel zwischen den beiden stellt sich heraus, dass Frau Knoop ihre Kammer, aus der die Musik kommt, untervermietet hat, was eigentlich verboten ist. Der Wortwechsel wird von der neugierigen Meta Boldt (Conny Trensch) belauscht, die das Gehörte gleich Hausbesitzer Tramsen (Achim Lohnes) petzt. Der will daraufhin Frau Knoop kündigen, doch als er die hübsche Silke (Tanja Ihrig) aus der Kammer kommen sieht, verguckt er sich in sie. Und nicht nur Tramsen geht es so, auch Brummer wird bei Silkes Anblick schwach.

Inzwischen hat Brummer Besuch von seinem Neffen Markus (Henning Funck) bekommen, der es zu Hause nicht mehr ausgehalten hat. Brummers weiches Herz schlägt, der Neffe bekommt eine Kammer. Alles könnte geregelt sein, wenn da nicht die Gift- und Galle spuckende Frau Boldt aus der zweiten Etage wäre, die spionierend und Gerüchte verbreitend die Mieter gegeneinander aufhetzt. Erst als Silkes Mutter Frau Seefeld (Franka Jäger-Gehler) als vermeintliche Kripobeamtin aufkreuzt, bekommt Frau Boldt Angst, sie könnte wegen Verleumdung verklagt werden – und verkündet zur allgemeinen Erleichterung: „Ich sag jetzt gar nichts mehr, kein einziges Wort.“

Alle Akteure des Amvieh-Theater spielten überzeugend, jeder verkörperte seine Rolle bestens mit passender Mimik und Gestik. Das Spiel im engen Treppenhaus, in dem die Darsteller immer wieder aufeinanderprallten und nette und weniger nette Worte austauschten, sich belauerten und belauschten, war köstlich anzusehen und wurde immer wieder vom Gelächter des Publikums begleitet. Als Hingucker entpuppte sich auch die Mode der Sechziger, und der Einfall, dass Metzgermeister Tramsen Odenwälderisch redete, kam ebenfalls gut an.

Das Publikum, aus dem es Lob „für die Liebe zum Spiel und die positive Ausstrahlung“ gab, dankte denn auch mit reichlich Zwischenapplaus und am Ende mit begeisterten Zurufen. Eine gelungene Premiere, die wie am Schnürchen klappte.