Kampf um ein Flugzeug

Gabriele von Lutzau, hier bei einer Ausstellung ihrer Kunst in Darmstadt. Archivfoto: André Hirtz  Foto:

Die Odenwälder kennen Gabriele von Lutzau beispielsweise als engagierte Künstlerin, interessierte Bürgerin oder einfach als gute Nachbarin. Doch für die breite...

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STEINBACH. Die Odenwälder kennen Gabriele von Lutzau beispielsweise als engagierte Künstlerin, interessierte Bürgerin oder einfach als gute Nachbarin. Doch für die breite Öffentlichkeit verkörpert sie weiterhin vor allem die Flugbegleiterin aus der entführten „Landshut“-Maschine der RAF-Terrorjahre. Das Bild entspricht insofern der Wirklichkeit, als dieses Erlebnis Gabriele von Lutzau nicht nur zu einer Figur der Zeitgeschichte gemacht, sondern sie auch zeitlebens nicht losgelassen hat.

Das neueste Zeugnis dessen trägt von Lutzau nun wieder verstärkte mediale Aufmerksamkeit ein: Wenn die Steinbacherin neuerdings um die Überführung der längst ausgemusterten „Landshut“ nach Deutschland und deren Ausgestaltung als Erinnerungsobjekt kämpft, dann ist das etwa dem Hessischen Fernsehen einen Beitrag wert. Gesendet wird er am heutigen Donnerstag, 6. April, im Magazin „Hauptsache Kultur“. Die HR-Reporter greifen damit eine Reise der Odenwälderin auf, die erst vor einigen Tagen aus Südamerika zurückgekehrt ist, wo sie mithilfe ihrer Tochter Felicitas, einer Fotografin, für eine Nutzung der „Landshut“ als Denkmal und Dokumentationszentrum eintrat. Denn die Boeing 737 steht als Wrack im brasilianischen Fortaleza, seit sie 2008 wegen gravierender technischer Mängel ausgemustert worden ist. Das Ende findet von Lutzau nicht hinnehmbar für ein Flugzeug mit dieser Geschichte.

Vier palästinensische Terroristen hatten am 18. Oktober 1977 den Flug eines Lufthansa-Jets von Palma de Mallorca nach Frankfurt/Main gekapert.