Lützelbach schafft Bauplätze

Auf diesem Areal im Lützelbacher Ortsteil Seckmauern sollen 25 Bauplätze entstehen. Foto: Wolfgang Kraft

In den Odenwälder Ortsteilen Lützel-Wiebelsbach und Seckmauern soll ein Investor 40 neue Areale schaffen.

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LÜTZEL-WIEBELSBACH. Mit einstimmigem Votum für das Aufstellen der Bebauungspläne „Maintalblick“ in Seckmauern sowie „Im Klingenacker IV“ in Lützel-Wiebelsbach hat das Lützelbacher Kommunalparlament die planungsrechtlichen Voraussetzungen für das Entstehen neuer Wohngebiete in diesen Ortsteilen geschaffen.

Mit der parallelen Entwicklung dieser Baugebiete auf einer Fläche von insgesamt rund 2,7 Hektar hat das Gremium den Startschuss für das seit Jahren herausragendste Projekt für die Weiterentwicklung der Gemeinde gegeben. Das Ziel: Mit der Umsetzung dieses Vorhabens sollen eine attraktive Bleibeperspektive für junge Familien und Anreize für den Zuzug von Neubürgern geschaffen werden.

Der Planung zufolge entstehen am südöstlichen Rand von Seckmauern in Verlängerung der Straße Maintalblick oberhalb der Straße Beckshöhe auf einem rund 1,6 Hektar großen Areal mit geschätzten Entwicklungskosten von rund zwei Millionen Euro 25 Bauplätze. Daneben sind am östlichen Rand von Lützel-Wiebelsbach in Verlängerung der Bogenstraße zwischen Klingenstraße und der ehemaligen Kreisstraße 99 mit geschätzten Entwicklungskosten von rund 1,1 Millionen Euro 15 Bauplätze geplant.

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Zur Umsetzung dieses Projektes hat sich das Gremium für ein Investorenmodell entschieden. Dies bedeutet, dass ein Investor die komplette Entwicklung von der Planung über die Erschließung bis hin zur Vermarktung übernimmt. Der Mindest-Richtwert für den Baulandverkauf in Seckmauern liegt bei 160 Euro je Quadratmeter, jener in Lützel-Wiebelsbach bei 130 Euro. Es ist beabsichtigt, die Bebauungspläne im beschleunigten Verfahren aufzustellen, wobei von einer Umweltprüfung abgesehen wird. Zudem hat sich das Gremium einstimmig für eine digitale Straßenzustandserfassung in einer interkommunalen Zusammenarbeit mit Breuberg, Höchst und Bad König ausgesprochen und den Gemeindevorstand ermächtigt, mit den beteiligten Kommunen eine entsprechende öffentlich-rechtliche Vereinbarung abzuschließen.

Bei einer solchen Erfassung wird der Straßenzustand aufgenommen, gleichzeitig bewertet, und die Straßen werden in Schadensklassen eingeteilt. Im Ergebnis liegt dann ein klassifizierter Schadensplan des gesamten gemeindlichen Straßennetzes vor. Eine Straßenzustandserfassung, die anschließende Digitalisierung und die Einpflege in das Geoinformationssystem (GIS) erlauben es, dass erforderliche Straßensanierungsarbeiten besser vorausgeplant und budgetmäßig erfasst werden. Zudem kann damit eine Datengrundlage für die noch ausstehende Beratung über Beibehaltung oder Abschaffung der Straßenbeiträge geschaffen werden.

Einhellige Zustimmung gab es auch für die Beteiligung der Gemeinde Lützelbach an der Einrichtung einer zentralen „Vergabestelle Odenwaldkreis“ in einer interkommunalen Zusammenarbeit und den dazu erforderlichen Abschluss einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung. Diese Vergabestelle zeichnet für die Einhaltung der umfangreichen, für die Vergabe von Aufträgen relevanten Vorschriften verantwortlich. Mit der Inanspruchnahme deren Dienstleistung können Kommunen künftig ihren Fokus verstärkt auf die inhaltlichen und fachlichen Aspekte bei Leistungsbeschreibungen richten.

Die Zusammenführung aller Vergabeverfahren in der Vergabestelle soll überdies dafür sorgen, dass die aus Gründen der Korruptionsvermeidung geforderte strikte organisatorische Trennung zwischen Auftraggeber/Bauherrschaft und Vergabestelle sichergestellt ist. Eine einheitliche, verbindliche Datenstruktur und Kommunikation sowie die Reduzierung auf einen verbindlichen Ansprechpartner bei der „Vergabestelle Odenwaldkreis“ stellen eine Erleichterung auch für den regionalen Bieterkreis dar.