Odenwaldkreis ist der Corona-Brennpunkt in Hessen

aus Coronavirus-Pandemie

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Im hessischen Landesvergleich ist der Odenwaldkreis der am stärksten von Covid-19 betroffene Landstrich. Dafür stehen elf Tote und 27 Klinik-Patienten.

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. Im Odenwaldkreis sind zwischen Sonntagabend und Montagnachmittag drei weitere Menschen gestorben, die sich am Corona-Virus angesteckt hatten. Damit hat sich die Zahl der Todesopfer fürs Kreisgebiet auf elf erhöht, die mit Abstand höchste Mortalität aller hessischen Verwaltungsgebiete. Auch anderen Kennziffern zufolge ist der Odenwaldkreis das in diesem Bundesland mit Abstand am stärksten von der Lungenkrankheit Covid-19 betroffene Gebiet.

Allerdings weisen die unmittelbaren Odenwälder Nachbarkreise in Bayern und Baden-Württemberg weiter ähnlich hohe oder gar noch höhere Belastungsraten auf. Zudem wurde für den jüngsten Erhebungszeitraum nur noch eine nachgewiesene Neuerkrankung gemeldet. Demgegenüber gelten 31 der positiv Getesteten inzwischen als genesen. Der Übersicht des Kreisgesundheitsamts zufolge belief sich die Gesamtzahl der nachweislich von Sars-CoV-2 betroffenen Kreisbürger am Montag auf 132.

Drei verstorbene Patienten

Mehr noch als die Vielzahl der Erkrankungen kennzeichnen deren schweren Verläufe die Situation, die deshalb von einer erheblichen Beanspruchung des regionalen Gesundheitssystems geprägt ist. Von den positiv auf das Virus getesteten Personen bedurften zuletzt 27 einer stationären Behandlung im Krankenhaus. Für 20 Frauen und Männer erbringt diese das Gesundheitszentrum (GZO) in Erbach, in dessen Spezialstationen weitere zwölf Patienten mit Corona-Verdacht behandelt werden. Für sie standen zuletzt die Testergebnisse noch aus. Wie schlecht es vielen der Betroffenen geht, lässt sich daraus ersehen, dass sechs von ihnen die Intensivstation in Erbach und sieben weitere die Hilfe von Krankenhäusern außerhalb des Kreises brauchen.

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Wie berichtet, hat sich die Lage im Odenwaldkreis vor allem durch das Übergreifen der Pandemie auf drei Alten- und Pflegeheime drastisch verschärft. Dazu passt die Nachricht, dass von den drei verstorbenen Patienten ab Sonntagnachmittag zwei Personen über 80 Jahre alt waren, eine zwischen 70 und 80. Zudem litten alle drei unter Vorerkrankungen.

Die wegen unterschiedlicher Meldewege und -zeiten nicht unbedingt mit den lokalen Zahlen deckungsgleiche Übersicht des hessischen Sozialministeriums weist für das gesamte Bundesland insgesamt 64 Todesfälle aus, womit mehr als jeder sechste auf den Odenwaldkreis fällt. Von den Erkrankungen sind allein 74 innerhalb der vorigen Woche entdeckt worden - jenem Zeitraum, nach dem das Sozialministerium inzwischen die Ansteckungen pro 100 000 Einwohner bemisst. Diese sogenannte Inzidenz liegt für das Kreisgebiet bei 76,3 gegenüber einem Landesschnitt von 21,7.

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