Odenwald führt Kühlschrank-Notfalldosen ein

Klein, aber wichtig: Die Notfalldose enthält relevante Daten, die Rettungskräften helfen können. Foto: Stefan Toepfer/Kreis

Kühlschränke bieten sich als Aufbewahrungsort potenziell lebensrettender Informationen an. Künftig können Odenwälder Notfalldosen für deren Aufbewahrung im Kühlen kaufen.

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ODENWALDKREIS. (jös). Manch einer soll ja schon seinen lange gesuchten Autoschlüssel zufällig im Kühlschrank wiedergefunden haben. Wenn künftig Odenwälder Rettungsdienstmitarbeiter und Notärzte bei ihren Einsätzen in Wohnungen oder Häusern ebenfalls dort nachschauen, hat das allerdings mit einer zielgerichteten Suche zu tun. Idee: Weil ein Kühlschrank in nahezu jedem Haushalt vorhanden und zudem unübersehbar ist, bietet er sich als Aufbewahrungsort potenziell lebensrettender Informationen an. Und so soll bei den Bürgern dafür geworben werden, sich eine sogenannte Notfalldose zu besorgen, sie mit allen wichtigen Informationen von Vorerkrankungen über Medikamenteneinnahme bis zu den Adressen von Hausarzt, Pflegedienst und Kontaktpersonen zu bestücken – und im Kühlschrank zu deponieren. Aufkleber an der Haustür sollen den Rettungskräften signalisieren, dass eine solche Notfalldose vorhanden ist.

„Das ist eine sinnvolle Sache“ befanden Landrat Frank Matiaske und die Odenwälder Bürgermeister bei ihrer jüngsten Dienstversammlung, teilt der Kreis mit. Die Verwaltungschefs beschlossen daher, die grün-weißen Dosen beim Roten Kreuz (DRK) zu bestellen und sie ab dem 1. Oktober in ihren Rathäusern zum Selbstkostenpreis von 2,50 Euro abzugeben. Darüber hinaus bleibt es den Bürgermeistern überlassen, ob sie die Dosen zu bestimmten Anlässen übergeben oder weitere Stellen wie Apotheken oder Arztpraxen in die Ausgabe einbeziehen.

Dr. Bernhard Krakowka, der Ärztliche Leiter Rettungsdienst des Odenwaldkreises, und DRK-Kreisvorsitzender Georg Kaciala dankten den Rathauchefs für ihre Bereitschaft, das Projekt mitzutragen. „Mit den meisten Patienten können wir während eines Einsatzes sprechen. Aber es gibt auch solche, die aufgrund einer akuten oder chronischen Erkrankung, zum Beispiel nach einem Schlaganfall, keine Auskunft geben können“, wird Krakowka zitiert. Für sie und diejenigen, die vorübergehend oder dauerhaft alleine leben, sei die Dose sehr sinnvoll, denn sie könne den Einsatzkräften im Notfall helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen.

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Zu dem Notfalldosen-Set gehören außer dem Blatt zum Eintragen aller wichtigen Informationen zwei Aufkleber. Einer von ihnen wird an der Innenseite der Haus- oder Wohnungstür angebracht, sodass die Einsatzkräfte wissen, dass es die Notfalldose im Haushalt gibt, und eine am Kühlschrank. Wichtig sei, dass das Notfall-Infoblatt immer auf dem neuesten Stand gehalten werde und dass jeder, der in dem Haushalt lebe, eine eigene Notfalldose habe, so Krakowka.