Einen Sack voll mit alten Badfliesen und ein voller Kanister Motoröl – auch solches findet sich bei der Aktion „Sauberhafter Frühlingsputz“ in Höchst und seinen Ortsteilen. Mit im Einsatz sind auch Beate Dombrowski und Daniel Flath von der Freiwilligen Feuerwehr Pfirschbach. Foto: Dirk Zengel

Bürger und Vereine beteiligen sich an der Aktion und holen stapelweise Abfälle aus den Ecken und der Natur.

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HÖCHST. Frühjahrsputz im Ortskern und draußen in der Natur – und zwar mit System. Das war angesagt am Samstag in Höchst und seinen Ortsteilen. Für jeden freiwilligen Teilnehmer an der Aktion „sauberhafter Frühlingsputz“ gab es eine Abfallgreifzange, Handschuhe und Müllsäcke, ebenso eine Warnweste. Insgesamt hatten sich neun Vereine oder Gruppen und 32 Einzelbürger bei der Gemeinde angemeldet, um in einem der zwölf für die Aktion ausgewiesenen Quadrate den Unrat einzusammeln.

Dabei kam reichlich Müll zusammen – der Monate zuvor von gedanken- oder rücksichtslosen Zeitgenossen einfach so am Straßenrand, auf den Bürgersteigen, auf Plätzen und in Ecken oder ganz in der Natur entsorgt worden war. Nun aber präsentieren sich Kerngemeinde und Ortsteile erst mal wieder müllfrei.

Im Ortskern unterwegs waren bei der Aktion zum Beispiel Claudia, Katharina und Gertraut, allesamt erstmals dabei. Neben einem kaputten Regenschirm, entsorgt hinter einem Busch nahe des Bürgerhauses, trug das Trio hauptsächlich Plastikmüll, Zigarettenstummel und leere Alkoholflaschen oder -dosen zusammen. Ebenso einen Schlüssel, der von seinem Besitzer nun im Rathaus abgeholt werden kann.

Auch rund um Höchst wurde fleißig gesammelt und entsorgt. In und um Pfirschbach waren aktive und passive Mitglieder der Ortsteil-Feuerwehr, aufgeteilt in vier Gruppen, im Einsatz. Darunter Beate Dombrowski und Daniel Flath, die mit Kameraden die Höchster Straße bis zum Kreisel an der L 3106 säuberten. Auch dort hatten rücksichtslose Zeitgenossen etliche Zigarettenstummel, Flaschen und Dosen in der Landschaft entsorgt. Und mehr: einen Sack voll alter Badfliesen, Zement, einen Teppich – und einen Fünf-Liter-Kanister voller Motoröl, der glücklicherweise verschlossen geblieben war. „Das hätte schlimmer ausgehen können“, empörte sich Flath mit Blick auf den nahen Oberhöchster Bach.

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Nicht ganz sicher, ob es sich um ein achtloses Wegwerfen oder einen möglichen Verlust handelte, war man im Fall einer Fahrzeugmappe mit Anleitungsbuch und Inspektionsheft eines Fiats, die scheinbar schon einige Zeit neben der Straße gelegen hatte.

Ebenso gab es Funde, die erstmal an Ort und Stelle belassen wurden: Altreifen und eine scheinbar defekte Schubkarre, die auf anliegenden Privatgrundstücken liegen, weshalb sich nicht eindeutig sagen lässt, ob es sich um Fremdabfall handelt oder um eine bewusste Lagerung.

Wieder mit dabei beim Frühjahrsputz waren auch Angehörige der Glaubensgemeinschaft Jehovas Zeugen. Sie kümmerten sich um das Industriegebiet zwischen der Dusenbacher Straße und der B 426, reinigten den Straßenrand sowie Park- und Freiflächen vor und hinter Gebäuden. „Ist ja auch vor unserer Haustür“, meinte ein Helfer mit Blick auf das dort angesiedelte Gemeindehaus der Gemeinschaft. Die Ausbeute dort: ebenfalls Kippen-Reste, Plastikmüll, Getränkeflaschen und -dosen, ausgebrannte Feuerwerksbatterien, ein Paar Stiefel und ein BH.

Zurück zum Ortskern: Auch wenn es diesmal um viele Geschäfte besser ausgesehen hat, als es in den Vorjahren der Fall gewesen war, mussten sich die Helfer wieder über Dreckecken ärgern: Stellen und Plätze, wo nach der Erkenntnis „Da liegt ja schon Müll“ einfach weiterer Abfall hin geworfen wird. Klar, dass die „Sauberhaftes Höchst“-Teilnehmer trotzdem auch dort mit anpackten. Nun hoffen sie, dass künftig mehr Autofahrer, Fußgänger und Radfahrer mitziehen – und Höchst, seine Dörfer und die Landschaft dazwischen freihalten von dahingeworfenem Müll.