Odenwälder Kreistag beschließt Resolution gegen RP-Praxis...

Der Odenwälder Kreistag wendet sich in einer an das Land Hessen und das Regierungspräsidium Darmstadt gerichteten Resolution gegen die derzeit vom RP geübte Praxis bei der...

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ERBACH. Der Odenwälder Kreistag wendet sich in einer an das Land Hessen und das Regierungspräsidium Darmstadt gerichteten Resolution gegen die derzeit vom RP geübte Praxis bei der Genehmigung von Windkraftanlagen, „bei der Einschränkungen des Trinkwasserschutzes in Kauf genommen werden“. Außerdem fordert das Parlament die „Sicherstellung eines absoluten Vorranges des Trinkwasserschutzes“ und kritisiert, dass Kommunen und örtliche Fachbehörden in das Genehmigungsverfahren nicht ausreichend einbezogen werden.

Verabschiedet hat der Kreistag diese Resolution am Montagabend einstimmig bei zwei Enthaltungen aus den Reihen der Grünen. Das Parlament unterstützt damit einen gleichlautenden Beschluss der Bürgermeisterkreisversammlung, den die Verwaltungschefs der Odenwälder Kommunen jüngst einhellig auf den Weg gebracht hatten. Der dem Papier zugrunde liegende Anlass findet sich dabei außerhalb des Kreises: Es handelt sich um die Genehmigung von fünf Windkraftanlagen auf dem Kahlberg in der Gemarkung Fürth/Grasellenbach (Kreis Bergstraße).

Mit der Errichtung der Rotoren geht auch aus Sicht des Regierungspräsidiums selbst eine Gefährdung der Trinkwasserversorgung einher. Dies betrifft neben dem Reichelsheimer Ortsteil Unter-Ostern insbesondere die Mossautaler Ortsteile Hiltersklingen und Hüttenthal, die aus der in einem Wasserschutzgebiet (Zone III) gelegenen Schmerbachquelle versorgt werden.

Die Gemeinde Mossautal hat deshalb – wie berichtet – gegen die Genehmigung geklagt, die im Übrigen auch vom potenziellen Anlagenbetreiber angefochten wird: Dieser wiederum hält die ihm aufgegebenen Vorkehrungen zum Trinkwasserschutz für deutlich zu umfassend.