Ein Netzwerk für die Zukunft

Die Odenwälder Industrie orientiert sich stärker an den Ballungszentren. Das wurde auch bei der IVO-Mitgliederversammlung deutlich. Am Rednerpult: das geschäftsführende Vorstandsmitglied Christian Mühlhäuser. Foto: Manfred Giebenhain

Dort näher dran sein, wo die Entscheidungen fallen. Und mit den Großen mithalten können. Gemeint ist damit das Zentrum der Rhein-Main-Region, an das die Odenwälder...

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ERBACH. Dort näher dran sein, wo die Entscheidungen fallen. Und mit den Großen mithalten können. Gemeint ist damit das Zentrum der Rhein-Main-Region, an das die Odenwälder Wirtschaft spätestens seit einem Jahr ein deutliches Stück näher herangerückt ist. So lautete der übereinstimmende Tenor von Wirtschaft und Politik auf der Mitgliederversammlung der Industrievereinigung Odenwaldkreis (IVO) am Mittwoch.

Eric Menges rühmt die Wirtschaftsqualität

Darin waren die Akteure sich einig und ließen keine Zweifel daran: Bereits das gemeinsame Auftreten und die große Übereinstimmung in der Frage, wohin die heimische Wirtschaft sich entwickeln soll, sei keineswegs selbstverständlich und zähle daher zu den Stärken der Region. "Dieses Bild ist unerlässlich für den angestrebten und jetzt auch erzielten Imagegewinn", unterstrich das geschäftsführende Vorstandsmitglied Christian Mühlhäuser (Michelstadt) in seinem Bericht vor mehr als 90 Mitgliedern und Gästen. Maßgeblich dazu beigetragen habe der Beitritt des Odenwaldkreises zur Frankfurt Rhein-Main GmbH, der Marketinggesellschaft für den Ballungsraum. Deren Geschäftsführer Eric Menges zeigte sich in seinem Gastbeitrag erfreut von "der Wirtschaftsqualität und dynamischen Grundeinstellung" des Kreises. Er kündigte an, auf der nächsten Werbetour im Silicon Valley von Kalifornien potenzielle Investoren auf das Neumitglied anhand von Koziol-Produkten "made in Germany" aufmerksam zu machen.

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Der Odenwaldkreis stehe für Lebensqualität auf dem Lande, gute Bildungsangebote für die Kinder, günstigen Wohnraum, ein flächendeckendes Breitbandnetz und vergleichsweise niedrige Preise für Gewerbeflächen, fasste Landrat Frank Matiaske die Stärken der Region zusammen. Unter Beifall postulierte der Kreischef, künftig noch deutlicher diese Argumentationslinie nach außen hin zu vertreten.

Mühlhäuser skizzierte ein "House of Kunststoff und Kautschuk", in dem immerhin die Hälfte der industriellen Arbeitsplätze unmittelbar vertreten seien. Eine Schwerpunktsetzung auf diese diene ausschließlich einer klaren Profilierung, stellte Mühlhäuser klar. Ausdrücklich möchte er diese nicht als Ausgrenzung anderer Wirtschafts- und Dienstleistungszweige verstanden wissen, sondern verbreitete Zuversicht, dass von einer stärkeren Präsenz die Odenwälder Wirtschaft insgesamt profitieren werde. Gleichwohl plädierte er dafür, den Odenwald nicht nur als "Wohlfühlregion" zu definieren, sondern auch als Wirtschaftsregion nach außen hin zu bewerben.

Zu den Formalitäten: Für den Vorstand stellte Karlheinz Ihrig den Finanzbericht vor, der bei Einnahmen von rund 15 000 und Ausgaben von 25 000 Euro mit einem Minus abschloss und zum Jahresende 2016 ein Vermögen von 26 500 Euro hinterließ.

Die Mehrausgaben gingen auf das Konto einer neuen Internetpräsenz mit Facebook-Auftritt, eines online dargestellten Überblicks an Ausbildungsmöglichkeiten, Marketingmaßnahmen und Investitionen in bewährte Aktivitäten wie Odenwälder Studien- und Berufsinformationstage und "Tour der Ausbildung". An dieser Stelle unterstrich Vorstandsmitglied Rudolf Burjanko die gute Zusammenarbeit mit dem Wirtschafts-Service der Odenwald-Regional-Gesellschaft und den beteiligten Unternehmen und Schulen, mit denen gemeinsam die Großveranstaltungen gestemmt würden.

Zur Stärkung der operativen Vorstandsarbeit wurde der selbstständige Unternehmensberater aus Erbach zum weiteren stellvertretenden Vorsitzenden gewählt und der neue Standortleiter der Bosch Rexroth AG, Claus Lau, an die Stelle seines Vorgängers in den Vorstand berufen. Ohne Gegenstimmen und lediglich bei Enthaltung der Betroffenen sprach die Versammlung auch dem Vorstand sein Vertrauen aus. Geleitet wurde die Veranstaltung vom Vorsitzenden der IVO, Jürgen Walther aus Bad König.

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Den Vereinsformalitäten voraus gingen schließlich Firmenvorstellungen der Energiegenossenschaft Odenwald eG, Trelleborg Wheel Systems GmbH sowie SKF Economos Deutschland GmbH, die ihren Firmensitz am gastgebenden "Haus der Energie" haben.