Kunststation Breuberg: Grün ist die lange Malnacht

Freies Schaffen am großen gemeinschaftlichen Werk: Alle zwei Monate lädt der Verein Kunststation Breuberg zur „langen Malnacht“ in sein Domizil in Sandbach ein. Auch diesmal haben die Teilnehmer sichtlich Freude am Ausprobieren gehabt.Foto: Gabriele Lermann  Foto: Gabriele Lermann

Es sind stille Momente, mit denen die später so aktive lange Malnacht beginnt. Seitens des veranstaltenden Vereins Kunststation Breuberg lassen Heidrun Dammel und Heidi...

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SANDBACH. Es sind stille Momente, mit denen die später so aktive lange Malnacht beginnt. Seitens des veranstaltenden Vereins Kunststation Breuberg lassen Heidrun Dammel und Heidi Schwinn erst mal tief in die Farbe Grün – Thema des Abends – eintauchen. Sie tragen das große Spektrum der Bedeutung dieser Farbe hervor, ob in der Mythologie, in der Natur, in den Religionen, in der Psychologie oder schlicht im Alltag. Dann wagen sich die acht Malerinnen und der eine Maler an das erste künstlerische Abenteuer der Malnacht.

Grün ist eine positive Farbe, so das Fazit der Frauen und des Mannes: beruhigend und erfrischend für die Seele, mit tiefen Bedeutungen in Mythen und Religionen, als Bote des Frühlings und erwachenden Lebens bis hin zum freien Gang oder freien Fahrt im Straßenverkehr.

Eine riesige Leinwand liegt auf den zusammen geschobenen Maltischen, und nachdem diese Leinwand Kleister als Grundierung erhalten hat, ist alles erlaubt: Ob Hände, Pinsel, Spachtel – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt beim Entstehen des ersten monumentalen Werks an diesem Abend.

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Große Leinwand von einem anonymen Spender

„Als Einstieg ist das gemeinsame, freie Arbeiten sehr wichtig“, erklärt Heidi Schwinn zu der Aktion der Breuberger Kunststation. Neuen Teilnehmern des freien Angebots falle damit der Einstieg viel leichter, erklärt die Erbacherin. Keiner müsse sich gleich an ein eigenes Werk machen, mit dem Gefühl, jeder andere schaue genau nach den Fähigkeiten. „Die Atmosphäre ist nach dem gemeinsamen Arbeiten einfach viel lockerer und entspannter.“

Die große Leinwand, freut sich Heidrun Dammel, habe man einem edlen, leider anonymen Spender zu verdanken, der gleich eine beachtlich große Rolle davon vor die Tür gestellt habe mit dem Hinweis „für die Kunststation“. Auch Kunststation-Mitstreiterin Alice Philipp ist an diesem Abend Teilnehmerin und Helferin gleichzeitig.

Das Angebot der langen Malnacht – und deshalb ist auch die entspannte Atmosphäre so wichtig – richtet sich an Künstler, Hobbymaler und vor allem auch an Menschen, die sich einfach mal ausprobieren wollen. Die Entspannung suchen und möglicherweise bisher unentdeckte Kreativität im Umgang mit Farben bei sich vermuten. Und das große Gemeinschaftsbild macht allen nicht nur sichtlich Spaß – es inspiriert die Beteiligten zu reichlich Fantasie. Was im Nachhinein auch die visuelle Entdeckungsreise des Betrachters auf dem großen, bunten Kunstwerk deutlich macht.

Derart beflügelt, beginnen die Teilnehmer nach einer Stärkungspause mit Imbiss und Getränken ihre eigenen Bilder entstehen zu lassen. Auch hierbei ist jedem freie Hand gelassen. Wer eigene Farben, Pinsel und Leinwände besitzt, kann sie mitbringen, wer nicht, ersteht sie zum Selbstkostenpreis in der Kunststation. Hinzu kommen die vielen Farben, die – etwa fürs Gemeinschaftswerk – ohnehin zur Verfügung gestellt werden.

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Ziel der „langen Malnacht“, die regelmäßig alle zwei Monate stattfindet, ist es, Menschen zu erreichen, die eine Gelegenheit suchen, sich selbst auszuprobieren. Ob mit oder ohne Vorkenntnisse, ist dabei egal. Für so manchen Tipp sorgen dabei die betreuenden Künstler des Vereins. Noch lieber tragen sie dazu bei, Inspiration zu ermöglichen.