Kommersabend zum 125-jährigen Bestehen des MGV Wersau

Zum Doppeljubiläum machte die 125-Jahr-Feier des MGV Wersau das fünfzigjährige Mitwirken von Roland Tischler (rechts). Vereinsvorsitzender Werner Mink (links) würdigte sowohl die Treue des langjährigen Sängers als auch die Stabilität des Vereins.Foto: Kirsten Sundermann  Foto: Kirsten Sundermann

125 Jahre Chorgesang in Wersau – wenn das kein Grund zum Feiern ist. Das jedenfalls fanden viele Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und Bürger dieses Brensbacher...

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WERSAU. 125 Jahre Chorgesang in Wersau – wenn das kein Grund zum Feiern ist. Das jedenfalls fanden viele Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und Bürger dieses Brensbacher Ortsteils und feierten mit dem MGV 1892 dessen Kommersabend. Brensbachs Bürgermeister Rainer Müller als Schirmherr nannte den Wersauer Chor ein „Highlight in unserer Kulturlandschaft“ und freute sich darüber, dass er Bewohnern sämtlicher Ortsteile die Möglichkeit bietet, sich aktiv einzubringen.

Die Chormitglieder hatten die Wersauer Mehrzweckhalle liebevoll geschmückt: Auf den Tischen lagen aus Salzteig gebackene und tiefschwarz lackierte Notenschlüssel, auf der Rampe vor der Bühne zeugten zahlreiche ersungene Pokale von der Wettbewerbsfähigkeit des Chors. Fotos an den Hallenwänden erinnerten an frühere Auftritte. Reiner Göttmann gab einen Überblick über die lange Geschichte des Vereins, der als reiner Männer-Gesangverein gegründet wurde. Allerdings wurde er bei seinen Ausführungen immer wieder unterbrochen von der Brensbacher Kabarettistin Marlene Schwarz, die sich als „Herta Wacker“ mit originellen Kommentaren zum Gesagten einmischte und vor allem darauf achtete, dass auch die Bedeutung der „Weibsleit“ in der Chronik des MGV nicht unterging.

Frauen erst seit 1937 beim gemeinsamen Singen

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Frauen, so Göttmann, wurden erst 1937 zum gemeinsamen Singen zugelassen, und wohl nur deshalb, weil so viele junge Männer zur Wehrmacht eingezogen worden waren, dass akuter Sängermangel herrschte. Ohne Frauen, konterte Marlene Schwarz, würde auch heute nichts mehr gehen. In der Tat waren von den 31 Aktiven, die das Festprogramm singend gestalteten, 22 weiblichen Geschlechts. „Hallo, wie geht’s, wie steht’s?“ Das musikalische Programm des Abends unter Leitung der jungen Dirigentin Katja Plößer begann mit einem gesungenen Small Talk unter dem Titel „Nette Begegnung“.

Doch der Chor hatte auch ernsthaftere Liedbeiträge im Programm und bewies damit seine große Bandbreite, die von Werner Schupp, dem Vertreter des Hessischen Sängerbundes und des deutschen Chorverbands Berlin, explizit gewürdigt wurde. Er war nicht der einzige, der ein Grußwort sprach, eine Urkunde und einen „gehaltvollen Umschlag“ überreichte. Mehrere Vereinsvorsitzende von Wersauer Ortsvereinen taten es ihm gleich. Arno Schroll, der zweite Vorsitzende des Sängerkreises Gersprenz (Vorsitzender Alfred Müller fehlte wegen Krankheit) erinnerte in seiner Ansprache an die vielen Erfolge des MGV. Beim legendären Weinpreis-Singen etwa, einem anspruchsvollen Sänger-Wettstreit, mischten die Wersauer immer gern und vorn mit.

Roland Tischler seit 50 Jahren aktiver Sänger

Dass ein leckerer Tropfen auch heute noch aktuell sein kann, bewies der vergnügliche Liedvortrag des Frauenchors von den „Zwölf Römern“, den der zeitgenössische Komponist Robert Pappert geschrieben hatte. Aufgewertet wurde das Vereinsjubiläum durch einen persönlichen Festtag: Roland Tischler ist seit fünfzig Jahren aktiver Chor-Sänger und seit langen Jahren Mitglied im Vorstand des MGV Wersau. Die verdiente Anerkennung erfuhr er vom Vereinsvorsitzenden Werner Mink.