Brensbacher SPD lehnt Abschiebung afghanischer Flüchtlinge ab

(ric). Die Brensbacher Sozialdemokraten richten sich gegen die Pläne von Bundesinnenminister Thomas de Maiziére, Abschiebungen nach Afghanistan auszuweiten. Christian Senker,...

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BRENSBACH/AFFHÖLLERBACH. Die Brensbacher Sozialdemokraten richten sich gegen die Pläne von Bundesinnenminister Thomas de Maiziére, Abschiebungen nach Afghanistan auszuweiten. Christian Senker, Vorsitzender der Brensbacher SPD, ist für die Arbeiterwohlfahrt in der Jugendhilfeeinrichtung für Geflüchtete aus Afghanistan und Syrien im Brensbacher Ortsteil Affhöllerbach als Teamleiter tätig und weiß, dass von dieser politischen Entwicklung auch einige der neuen Mitbürger in Brensbach betroffen sind.

Androhung der Abschiebung erzeugt großen Druck

Die aktuelle Lage beschreibt er daher wie folgt: „Durch die Androhung und Umsetzung einer härteren Abschiebepraxis, speziell nach Afghanistan, wird ein enormer Druck aufgebaut. Die Anspannung ist manchmal fast greifbar und spiegelt die enorme Unsicherheit der jungen Afghanen.

Wenn selbst Schule und Ausbildung keinen sicheren Schutz vor der Abschiebung bieten, wird den Jugendlichen und jungen Erwachsenen jede Perspektive genommen. Die zahlreichen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer sowie die hauptberuflichen Betreuerinnen und Betreuer aus unserer Gemeinde können bestätigen, wie schwierig die Lage momentan ist“.

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Die Politik der sicheren Herkunftsstaaten sei generell der falsche Weg. Im Fall Afghanistan könne sicherlich nicht von einem sicheren Land gesprochen werden, in das „Rückführungen“ mit gutem Gewissen durchgeführt werden können, so der SPD-Vorsitzende.

Der aktuelle Jahresbericht der United Nations Assistance Mission in Afghanistan stützt schließlich die Aussagen der Sozialdemokraten. Daraus geht hervor, dass Afghanistan nicht als sicheres Land eingestuft werden könne. Alleine im vergangenen Jahr seien dem Bericht zufolge dort 11 000 Zivilisten getötet oder verletzt worden.