Team des Rüsselsheimer Städteservice ist wegen Trockenheit...

Einige Blätter gelassen hat diese Zierkirsche in der Freiligrathstraße in Rüsselsheim - auch Anwohner können mit Gießkanne und Wassereimer helfen. Foto: Vollformat/ Frank Möllenberg

Die Grünpfleger des Städteservice Rüsselsheim/Raunheim sind momentan viel beschäftigt damit das öffentliche Pflanzgrün vor der Trockenheit zu bewahren. Dieses Jahr ist die...

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RÜSSELSHEIM. Die anhaltende Trockenheit sorgt für umfangreiche Mehrarbeit bei Garten- und Balkonbesitzern sowie bei Menschen, die auf den Friedhöfen Gräber ihrer Lieben nicht verwahrlosen lassen möchten. Die Grünpfleger vom Städteservice Rüsselsheim/Raunheim lieferten am Montag nach einem Wasserrohrbruch auf dem Waldfriedhof mit einem gut gefüllten 7000-Liter-Tank ausreichend Gießmaterial. Außerdem sind sie mehr denn je damit beschäftigt, stadtweit das öffentliche Pflanzgrün zu erhalten.

„Denn in diesem Jahr kam alles vier Wochen früher auf uns zu“, berichtet Tanja Kilp, Leiterin des Bereiches Logistik beim Städteservice. Statt im Juni sei der Sommer bereits im Mai mit hohen Temperaturen erschienen. Zuvor habe es zwar sehr ordentlich geregnet, aber seither mache extreme und anhaltende Trockenheit den Pflanzen und dabei vor allem Bäumen zu schaffen.

Die Pflanzenretter leisten Überstunden

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Der Sommer sei die Hauptsaison für die Mitarbeiter. Entsprechend vorsichtig werden stets die Urlaubspläne geschmiedet. Dennoch wäre die Mehrarbeit, die wegen der Regenlosigkeit in diesem Jahr anfällt, nicht zu bewältigen, wenn die jeweils verbliebenen Mitarbeiter nicht ausdauernd bereit wären, ihre Dienstzeiten täglich um bis zu zwei Stunden auszudehnen und auch am Samstag im Einsatz zu sein, lobt Kilp die Frauen und Männer ihres Teams.

Bislang seien wegen dieses Entgegenkommens auch kaum Pflanzenverluste zu beklagen. Die Retter waren mit ihren Tankwagen und Gießschläuchen rechtzeitig zur Stelle, um nachzuwässern. „Die Pflanzkübel in der Innenstadt haben in der neueren Version Wasserspeicher“, verrät Kilp. „Wie man es von der Hydrokultur kannte, besitzen sie ein Reservoir, im Rand untergebracht.“ Solche Kübel müssen in der Regel nur noch alle zwei, drei Tage nachgewässert werden. „In diesem Jahr sind wir jedoch dazu übergegangen, wieder täglich nachzugießen.“

Widerstandsfähigere Arten?

Gefragt, ob der Städteservice angesichts bereits etlicher sehr heißer und niederschlagsarmer Sommer bei Ersatzpflanzungen für Bäume widerstandsfähigere Arten bevorzuge, erklärt Kilp, die Wissenschaft halte bislang wenige eindeutige Empfehlungen bereit. In nicht ferner Zukunft aber werden hier auch Bäume heimisch sein, die weiter im Süden ihre ursprüngliche Heimat hatten, ist die Logistik-Leiterin überzeugt.

„So wie es hier im Winter durchschnittlich wärmer ist als in früheren Jahrzehnten, sind die Sommer zusehends trockener.“ Die veränderten klimatischen Bedingungen begünstigten auch die Ausbreitung von Schädlingen, wie gerade wieder der arbeitsintensive Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner gezeigt hat.

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Von Michael Wien