AG der Rüsselsheimer Immanuel-Kant-Schule qualifiziert sich...

Zwei humanoide Roboter beim Fußballspielen. Symbolfoto: dpa

Das Team „Error 404“ der „We, RoBITs“-AG an der Rüsselsheimer Immanuel-Kant-Schule hat sich für das Finale im Roboter-Fußball in Thailand qualifiziert. Damit der...

Anzeige

RÜSSELSHEIM. Der Weltmeistertitel könnte für eine Schülergruppe der Immanuel-Kant-Schule zum Greifen nahe sein: Das Team „Error 404“ der „We, RoBITs“-AG konnte sich gegen mehr als 600 weitere deutsche Teams im Roboter-Fußball durchsetzen und beim Deutschlandfinale den ersten Platz holen. Somit hat sich die Gruppe für das Weltfinale der „World Robot Olympiad“ qualifiziert, das im November in Thailand veranstaltet wird.

Damit der Traum vom Titel nicht schon vorzeitig platzt, benötigen die Schüler dringend Sponsoren. Schließlich müssen die Kosten für Flüge, Unterkunft, Impfungen und neues Material gedeckt werden. Das Sieger-Modell der Rüsselsheimer sei ein vom Aussehen her eher konservatives Modell, erzählt Christian Duncker, Lehrer an der IKS und Leiter der „We, RoBITs“-AG. „Wir sind wirklich als Außenseiter zum Deutschlandfinale in Passau angereist und waren dort dann überraschenderweise so gut wie unschlagbar.“ Der Erfolg sei vor allem dem Einfallsreichtum der drei Jungs aus dem Team „Error 404“ geschuldet. Gemeinsam mit ihren Betreuern haben die drei Schüler aus der 9. Klasse eine besonders fortschrittliche Programmierung entwickelt: So könne der Siegerroboter den Ball über eine einprogrammierte Suchformel unglaublich schnell und sicher finden.

8000 Euro braucht das Team, um alle Kosten zu decken

Anzeige

Dementsprechend rechnet sich das Team auch beim Weltfinale sehr gute Chancen auf den Sieg aus: „Wir können es definitiv schaffen, den Pokal mit heimzubringen. Ich verfolge ja auch unsere Konkurrenten und wir müssten dank unserer Programmierung einen entscheidenden Vorteil haben“, gibt sich Duncker optimistisch.

Umso trauriger wäre es natürlich, wenn die Pokaljagd an mangelnden finanziellen Ressourcen scheitern würde. Insgesamt 8000 Euro müssen zusammenkommen, um alle Kosten zu decken. Sobald die Hälfte des Geldes beisammen sei, werde die Gruppe die Flüge buchen, erklärt Duncker. Dafür fehlen momentan noch knapp 1000 Euro. Diese werden aber bis Ende der Woche gebraucht, damit noch günstige Flüge gebucht werden können. „Ich hoffe einfach nur, dass die Kinder nicht enttäuscht werden und nach Thailand fliegen können. Sonst lernen sie daraus nur, dass es am Ende nicht um ihre Leistung geht, sondern darum, wer am meisten Geld hat. Und sie haben so hart für ihren Erfolg gearbeitet.“

200 Kinder aus allen Klassenstufen sind Teil der AG

Die AG-Mitglieder treffen sich sogar in den Ferien wöchentlich - und dann auch direkt acht Stunden am Stück, erzählt Duncker. Und auch während der Schulzeit treffe sich die Gruppe bis in den späten Abend hinein und arbeite auch mal sonntags an ihren Robotern weiter. „Insgesamt 200 Kinder aus allen Klassenstufen sind ein Teil der „We, RoBITs“-AG und alle wollen, dass das Siegerteam jetzt auch nach Thailand fliegen kann. Das ist wie eine große Familie, alle unterstützen sich gegenseitig.“

Bei der Sponsorensuche setze die AG ihre Hoffnungen vor allem auf langjährige Partner wie Opel, Merck und Fraport, die momentan noch prüfen, ob weitere Gelder in die „We, RoBITs“-AG fließen können. „Sowas gibt dann Hoffnung, wir sind ja sehr auf unsere Sponsoren angewiesen. Insgesamt muss man nämlich sagen, dass es wirklich ärgerlich ist, dass wir auch jetzt noch so um Geld betteln müssen. Und das, obwohl hier in Hessen doch immer wieder betont wird, wie wichtig MINT-Schwerpunkte und AGs seien.“

Anzeige

Von Michelle Häbe