Ein Löschangriff auf die Kompostierungsanlage bei Erfelden ist am Samstagnachmittag Abschluss der 24-Stunden-Übung der Jugendfeuerwehren aus Riedstadt gewesen. 65 Jugendliche von allen fünf Jugendfeuerwehren – hier zu sehen die Goddelauer Jugend – schießen aus vollen Rohren auf die vorbereiteten Brandherde. Foto: Robert Heiler /Vollformat
( Foto: Robert Heiler /Vollformat )
Jetzt teilen:
Jetzt teilen:
RIEDSTADT/ERFELDEN - Sirenen am Samstagnachmittag, kurz darauf das Martinshorn, und blitzschnell treffen etwa 60 Jugendliche der Freiwilligen Feuerwehren Riedstadts an der Kompostierungsanlage in Erfelden ein. Dichter Qualm weist darauf hin: Wo Rauch ist, da ist auch Feuer. Und für Feuer sind die Feuerwehren zuständig. Doch natürlich werden die Jugendlichen nicht einem echten Brand ausgesetzt. Es handelt sich um die letzte Aktion der 24-Stunden-Übung, das erklärt der Jugendwart der Erfelder Feuerwehr, Heiko Kraft. Und diese Aktion werde von den Jugendlichen aller Ortsteile gemeinsam absolviert.
Wasserversorgung über lange Wegstrecken und Wasserentnahme aus Feldflüssen werde bei diesem Brand geübt, erläutert der Jugendwart. „Der Clou ist die Zusammenarbeit zwischen den Stadtteilen. In der Regel arbeiten die für sich alleine.“ Und Krafts Fazit: „Wir sind sehr zufrieden.“
Dann endlich kann auch der Durst gelöscht und der Hunger gestillt werden – da hilft der Feuerwehrverein mit Männern am Grill.
Jetzt findet sich auch Zeit, auf die vergangenen 24 Stunden zurückzublicken. Paul (zwölf Jahre) fand den Nachteinsatz toll und mit Blaulicht und Martinshorn durch die Gegend zu fahren. Er habe vorsichtshalber schon mit Kleidern und Socken geschlafen, da war er besonders schnell für den nächtlichen Einsatz bereit.
Beim Alarm sofort aus dem Bett gesprungen
Auch Leonard (elf Jahre) fand den Nachteinsatz cool. Das Warten auf den Melder sorgte bei ihm für etwas Aufregung. Dazu sagte der elfjährige Marlon: „Ich war ein bisschen angespannt und habe den Piepser an das Feldbett geklemmt. Als es losging, bin ich direkt aus dem Bett gesprungen.“ Seinen Schlafsack habe er vorsichtshalber gar nicht richtig zugemacht. Und alle drei beantworten die Frage, ob es denn Spaß gemacht habe, mit einem einstimmigen „Ja“. Der Erfelder Jugendwart sagt dazu, dass die Nachfrage nach den 24-Stunden-Übungen inzwischen so groß sei, dass sie diese zwei Mal im Jahr ansetzen würden. Dabei werde eine 24-Stunden-Schicht der Stadtfeuerwehr simuliert. Die meiste Zeit übten die Stadtteilabteilungen alleine, nur zum Abschluss traten alle gemeinsam an.
Während der vergangenen Stunden hatten die Teilnehmer eine Brandmeldung in einer Grundschule abgearbeitet. Dazu sollten die Jugendlichen in der Schule nachgucken und eine fachgerechte Meldung an die Leitstelle abgeben.
Außerdem wurde ein Garagenbrand simuliert, ein Gefahrgutunfall – zusammen mit den Kollegen aus Goddelau, und eine verschüttete Person musste aus einem Kieswerk gerettet werden. Bei dem besonders spannenden nächtlichen Einsatz ging der Alarm um 22.30 los, berichtet Kraft. „Die Kinder mussten sich anziehen, ihre Positionen besetzen und einen Flächenbrand auf einer Wiese abarbeiten.“ Er sei sehr dankbar für die Unterstützung durch die Einsatzabteilungen. Einige Mitglieder hätten auch ihre Privatgrundstücke für die Übungen zur Verfügung gestellt.
Noch während die Übungsteilnehmer fröhlich ihren Imbiss verspeisen, beginnt für die Einsatzkräfte schon das große Aufräumen. Ein Einsatzfahrzeug mit verkohlten Holz-Paletten taucht auf. Das ist der Rest des erfolgreich bekämpften Brandes in der Kompostierungsanlage, dessen Alarm zu Beginn der Übung die Bewohner Erfeldens aus ihrer samstäglichen Ruhe geschreckt haben könnte. Aber nachdem die Übung schnell und reibungslos absolviert wurde, können alle wieder unbesorgt ihr Wochenende genießen.