Leeheim: Benefizkonzert mit Rock-Klassikern für alternde Rocker

„Get your motor running“: Die Chopper-Hymne „Born To Be Wild“ war ein Höhepunkt des Auftritts der „Funpluggers“, hier Sänger Peter, bei der „Rockerpension“. Foto: Vollformat/Marc Schüler

Zunächst spielte am Samstagabend in der Heinrich-Bonn-Halle die Band „Funpluggers“ aus Darmstadt und Umgebung, gefolgt von „Sidekick“ aus Einhausen.

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LEEHEIM. Erneut ist es den Organisatoren der Rockerpension um ihren Vorsitzenden Thomas „Otty“ Otterbach gelungen, zwei namhafte Bands für ihr Benefizkonzert zu gewinnen. Zunächst spielte am Samstagabend in der Heinrich-Bonn-Halle die Band „Funpluggers“ aus Darmstadt und Umgebung, gefolgt von „Sidekick“ aus Einhausen.

Bereits zum 12. Mal fand das Benefizkonzert der „Rockerpension“ statt, weiterhin verfolgt der Verein sein großes Ziel. „Man könnte es eine Senioren-WG nennen, aber das würde der Idee dahinter nicht gerecht werden. Wir wollen ein Haus schaffen mit einer Alten-WG für Motorradfahrer. Das alles soll unter dem Motto ‚Mit Gleichgesinnten alt werden‘ stehen“, erklärt Otterbein den Hintergrund des Benefizkonzerts.

Die Umsetzung dazu gestaltet sich allerdings alles andere als einfach. Häuser und Immobilien gebe es zwar viele, doch nur wenige seien für die Idee des Vereins geeignet, sagt Otterbach. „Und wenn ein Gebäude geeignet ist, dann stellt sich die Frage des Preises. Hier im Rhein-Main-Gebiet, und somit auch im Ried, sind die Preise sehr hoch. Wir hatten schon ein Objekt, das wirklich gut geeignet gewesen wäre. Doch das war 60 Kilometer weit entfernt im Odenwald. Und das ist zu weit, wenn man es ja auch selbst betreiben möchte.“

Für Otterbach und seine Mitstreiter ist die Idee hauptsächlich aus der Not geboren. In einer Zeit steigender Mieten, fehlender Sozialwohnungen und zunehmender Anonymisierung in den Wohnorten geht es dem Verein darum, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und gleichzeitig ein Gemeinschaftsmodell zu schaffen zur gegenseitigen Hilfe unter Gleichgesinnten. So sollen alle Bewohner kleine eigenständige Wohnungen haben, gleichzeitig aber auch Gemeinschaftsräume zur Verfügung stehen. Auch Gemeinschaftsaktivitäten soll es geben. „Das Wohngebäude sollte ausreichend Platz für bis zu zehn Wohneinheiten bieten, in denen in der Regel ein bis zwei Bewohner ausreichend Platz finden. Sollte seitens der Familien oder Alleinerziehenden Interesse am Einzug in die Wohngemeinschaft bestehen, so entscheiden hierüber die Bewohner demokratisch. In den Nebengebäuden ist der Betrieb einer Zweiradwerkstatt und eines Bistros geplant, hierfür sollten die notwendigen Grundlagen bereits vorhanden sein oder geschaffen werden können. Die Gemeinschaftsräume sollen außerdem mit einer Küche ausgestattet werden“, beschreibt Otterbach die Anforderungen an das gesuchte Objekt.

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Für diesen Zweck stiegen die Bands „Funpluggers“ und „Sidekick“ gerne auf die Bühne und unterhielten die rund 450 Besucher in der Heinrich-Bonn-Halle glänzend. Die „Funpluggers“ eröffneten den Abend mit eigenen Versionen bekannter Classic-Rock-Hits. „Two Princes“ von den Spin Doctors, „Dirty Deeds” von AC/DC, „Ring of Fire” von Johnny Cash die Easy-Rider-Hymne „Born to be wild” – der Auftritt sorgte von Beginn an für Stimmung in der Halle.

In der Umbaupause wurde ein gespendetes gebrauchtes Quad versteigert. Es brachte für den guten Zweck noch einmal 270 Euro ein, ehe „Sidekick“ auf die Bühne kam und die musikalische Unterhaltung bis gegen 1 Uhr fortsetzte. Mit „Thunderstruck“ von AC/DC oder „Sweet Child of Mine“ von Guns’n’Roses gelang es auch den Einhausenern, das Publikum mitzureißen. So kam für das Rockerpension-Projekt nach Angaben von Thomas Otterbach „noch eine schöne Summe zusammen“.