„Wahltraut“ hilft bei Entscheidung im Kreis Groß-Gerau

Hilfen wie der Wahlomat (Archivfoto) und „Wahltraut“ sollen bei der Entscheidung bei der bevorstehenden Bundestagswahl helfen. Archivfoto: dpa
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Büro für Frauen und Chancengleichheit im Kreis Groß-Gerau hat ein Erklärvideo zur Bundestagswahl veröffentlicht.

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KREIS GROSS-GERAU. (red). Anlässlich des Superwahljahrs 2021 im Kreis Groß-Gerau hat das Büro für Frauen und Chancengleichheit (BFC) des Kreises Groß-Gerau einige Erklärvideos zu den bevorstehenden Wahlen verfasst. Das geht aus einer Mitteilung der Kreispressestelle hervor. Das neueste Video betrifft die bevorstehende Bundestagswahl und erklärt, welche Wahlvoraussetzungen es gibt, wie viele Abgeordnete im Parlament sitzen, wie die Stimmen bei der Bundestagswahl vergeben werden und welche Aufgaben ein*e Bundeskanzler*in hat. Es findet sich auf der Homepage des Kreises unter kreisgg.de/bundestagswahl.

Ziel des Videos ist es, möglichst viele Menschen – vor allem aber Frauen – zu ermuntern wählen zu gehen, um die Wahlbeteiligung und somit auch die Mitbestimmung zu steigern und eine mögliche Erhöhung der Frauenquote im Parlament zu erreichen. Auf der Homepage des Kreises findet sich auch ein Link zu „Wahltraut“ – der Wahlberaterin für die Bundestagswahl 2021. „Wahltraut“ funktioniert wie der Wahl-O-Mat, setzt jedoch den Fokus auf feministische und gleichstellungspolitische Themen, so die Mitteilung.

Außerdem beteiligt sich das BFC an der hessenweiten Aktion der Landesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauen- und Gleichstellungsbüros in Hessen. Diese Landesarbeitsgemeinschaft fordert die Bundesparteien und ihre Spitzenvertreter*innen zu einer entschlossenen geschlechterbewussten Politik auf: Die konsequente Durchsetzung der Gleichstellung der Geschlechter muss in den Fokus der Politik rücken.

Der Deutschen Bundestag, der am Sonntag, 26. September, gewählt wird, ist ein Gremium, dessen Frauenanteil aktuell bei 30,7 Prozent liegt (vorheriger Bundestag: 37,3 Prozent) und damit beispielhaft zeigt, wie unterrepräsentiert Frauen in politischen Gremien sind. Eine starke politische Vertretung ist für Frauen maßgeblich, um gegen bestehende, mitunter gravierende geschlechtsspezifische Unterschiede vorzugehen, heißt es. Echte Parität in allen gesellschaftlichen Bereichen, gleiche Bezahlung und Rahmenbedingungen in der Arbeitswelt und vor allem ein selbstbestimmtes und gewaltfreies Leben für Frauen sind nicht mehr verhandelbar.

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Die Landesarbeitsgemeinschaft der hessischen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragen (LAG) hat daher eine Aktion ins Leben gerufen, die auf allen Social-Media-Kanälen der örtlichen Frauenbüros deutlich macht, welche Themen und Forderungen für Frauen auf Bundesebene so wichtig sind. Mit sogenannten Sharepics wird aufgezeigt, welche Themen der nächste Bundestag vorrangig behandeln sollte:

Die elf Forderungen lauten: Altersarmut von Frauen bekämpfen, gleiche Bezahlung und gerechte Arbeitsmarktpolitik für Frauen erreichen, Kinderbetreuung verlässlich ausbauen, Care-Arbeit gerecht verteilen und soziale Berufe aufwerten. Weiter wird eine gerechte Steuerpolitik für Frauen gefordert, Schwangerschaftsabbrüche sollen entkriminalisiert, sexualisierte, häusliche und digitale Gewalt gegen Frauen und Mädchen bekämpft und verhindert werden, ebenso Femizide. Die Digitalisierung soll geschlechtergerecht gestalten und das Genderbudgeting konsequent umgesetzt werden.

Außerdem schließt sich die LAG dem Forderungskatalog des Deutschen Frauenrates an, der auf https://www.frauenrat.de/wp-content/uploads/ 2021/02/DF-Forderungen-zur-Bundestagswahl-2021.pdf zu finden ist.