Polizeieinsatz bei Protest gegen Bundestagung von "Demo für alle"
Zu einem großen Polizeieinsatz mit mehreren Hundertschaften und einer Reiterstaffel kam es am Samstagvormittag auf dem Mönchhofgelände zwischen Raunheim und Kelsterbach...
KELSTERBACH. Zu einem großen Polizeieinsatz mit mehreren Hundertschaften und einer Reiterstaffel kam es am Samstagvormittag auf dem Mönchhofgelände zwischen Raunheim und Kelsterbach (Kreis Groß-Gerau). In einem Konferenzzentrum war eine Bundestagung der Aktion "Demo für alle" angesetzt. Es handelt sich um eine konservativ geprägte Aktion, die die Öffnung der Ehe für Schwulen und Lesben für verfassungswidrig hält und dagegen eine Normenkontrollklage angestrengt hat.
Während der ganztägigen Veranstaltung sollten mehrere Referenten aus Deutschland und Österreich auftreten. Obwohl auf der Internetseite der Aktion "Demo für alle" Frankfurt als Veranstaltungsort genannt war und nur angemeldete Personen den tatsächlichen Ort erfuhren, hatten sich rund 60 Linksautonome vor dem Kongresszentrum versammelt, um gegen die Veranstaltung zu demonstrieren. Nachdem der Versuch fehlgeschlagen war, den Veranstaltungsort zu stürmen, durchbrachen sie eine Polizeikette und blockierten zeitweise die am Mönchhofgelände vorbeiführende Bundesstraße. Die Polizisten wurden teilweise beschimpft und mit Konfetti beworfen. Einmal kam es zu einem größeren Handgemenge zwischen Demonstranten und Polizisten, als die Aktivisten erneut versuchten, die Straße zu blockieren. Sie wurden mit massivem Körpereinsatz zurückgedrängt.
Während des Einsatzes behinderten Polizisten wiederholt mehrere Pressefotografen und forderten sie auf, den Einsatzort zu verlassen. Gegen Mittag zogen die Demonstranten dann durch das Industriegebiet bis zur Eddersheimer Schleuse und marschierten von dort auf die andere Mainseite, um mit der S-Bahn zurück nach Frankfurt zu fahren.