Kreis Groß-Gerau: Märkte bleiben sonntags zu

aus Coronavirus-Pandemie

Thema folgen

Handelsketten wollen die von der Landesregierung geschaffenen Öffnungsmöglichkeit im Kreis Groß-Gerau nicht nutzen. Gesundheitsamt appelliert an die Eltern von Schulkindern.

Anzeige

KREIS GROSS-GERAU. (db). Im Zuge der Corona-Krise haben Bund und Länder die Schließung der meisten Ladengeschäfte angeordnet; unter anderem Lebensmittelgeschäfte sind jedoch davon ausgenommen. Sie erhalten sogar die Möglichkeit, auch sonntags zu verkaufen. Von den im Kreis vertretenen Supermarktketten und Discountern war jedoch am Freitag zu erfahren, dass von dieser Möglichkeit derzeit kein Gebrauch gemacht werde. Ihre Märkte bleiben am Sonntag zu.

Vertreter von Rewe, Edeka, Real, Globus, Penny, Netto, Aldi Süd und Lidl erklärten allesamt, dass die bestehenden Öffnungszeiten beibehalten würden, für eine Ausweitung bestehe jedoch aktuell kein Anlass. Mehrere Handelsketten verwiesen auf die starke Belastung ihrer Mitarbeiter in den Märkten, die dringend einen freien Tag bräuchten.

Das Kreisgesundheitsamt hat einen Brief an Eltern von Schulkindern verfasst. Darin heißt es: „Wir möchten Sie nochmal eindringlich darauf hinweisen, dass das Ziel der Aussetzung des Schulbetriebs nicht eine Verlängerung der Ferien ist. Ziel ist es, die sozialen Kontakte stark zu verringern und damit jeden Einzelnen und vor allem bestimmte Risikogruppen so effektiv und umfassend wie möglich zu schützen.“ Dazu zählten in der Regel auch kranke Familienmitglieder oder die eigenen Großeltern, schreibt Angela Carstens, Leiterin des Fachbereichs Gesundheit der Kreisverwaltung. „Es ergibt keinen Sinn, Schulen zu schließen, wenn die Schüler und Schülerinnen sich weiterhin in Gruppen treffen oder gemeinsam einkaufen gehen.“ Kinderbetreuung solle nach Möglichkeit einzeln erfolgen.

Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen nimmt im Kreis weiter zu. Am Freitag, 13 Uhr, waren beim Kreisgesundheitsamt 48 Erkrankungsfälle registriert. Zwei der Erkrankten werden stationär behandelt, die anderen befinden sich in der sogenannten häuslichen Absonderung.