Kreis Groß-Gerau: Impfangebot gilt auch für Flüchtlinge

Für Flüchtlinge aus der Ukraine soll es im Kreis Groß-Gerau ein Corona-Impfangebot geben. Archivfoto: Sascha Kopp

Kreisverwaltung kümmert sich um Unterbringung von immer mehr Menschen aus der Ukraine und hat auch die Corona-Thematik im Blick. Derweil sinkt die Inzidenz in der Region auf...

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KREIS GROß-GERAU. Losgelöst von den aktuellen politischen Weichenstellungen im Hinblick auf die Immunisierung: Das Impfen im Kampf gegen die Corona-Pandemie steht weiterhin ganz oben auf der Agenda des Gesundheitsamtes und anderer Behörden im Kreis Groß-Gerau. Während die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis nach Angaben des Robert-Koch-Instituts von 1103,3 am Mittwoch auf 1026,4 am Donnerstag sank, bestätigte die Verwaltung auf Nachfrage dieser Zeitung, dass die Impfthematik auch im Hinblick auf das Eintreffen ukrainischer Kriegsflüchtlinge eine wichtige Rolle spielt. Die Frage nach dem Impfstatus ist demnach Teil der amtlichen Registrierung.

Mobile Impfteams sind unterwegs

„Die Zahlen ändern sich täglich“, berichtet eine Sprecherin des Kreises: Bis zum Ende der laufenden Woche sei mit bis zu 1400 offiziell erfassten Frauen, Männern und Kindern aus der Ukraine zu rechnen. Der Kreis habe bislang sieben Gemeinschaftsunterkünfte mit insgesamt 558 Plätzen angemietet, dazu zählten Hotels und Pensionen. Zudem stünden 28 privat angemietete Wohnungen für die Unterbringung von 171 Personen zur Verfügung. „Hinzu kommen Privatunterkünfte, in denen mit Wissen des Kreises aktuell 47 Familien untergebracht sind“, heißt es aus dem Kreishaus. Es sei jedoch davon auszugehen, dass weitere Flüchtlinge im Kreisgebiet untergekommen seien, von denen die öffentliche Hand bisher keine Kenntnis habe.

Die über die Hessische Erstaufnahmeeinrichtung in Gießen in den Kreis Groß-Gerau überwiesenen Flüchtlinge treffen laut Kreisverwaltung donnerstags in der zentralen Unterkunft an der IGS Mainspitze in Ginsheim-Gustavsburg ein. Sie würden dort freitags getestet und geröntgt, Impfangebote gebe es am darauffolgenden Dienstag. Dabei sei die Anwesenheit eines Dolmetschers vorgesehen.

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Neben den beiden Impfambulanzen in Groß-Gerau und Rüsselsheim sind zwischen Kelsterbach und Gernsheim weiterhin mobile Teams im Einsatz. Das Spektrum der Orte reicht von Einkaufszentren über Kulturhallen bis hin zu Hausbesuchen. Es würden rund 600 Immunisierungen pro Woche vorgenommen, ist im Kreishaus zu erfahren. Genaue Angaben über die Impfquote in der Region aber seien nicht möglich, weil Corona-Schutzimpfungen bei Haus-, Fach- und Betriebsärzten nicht in die offiziellen Daten einfließen. Zudem hätten sich Kreisbewohner auch in anderen Regionen impfen lassen, während etwa in Groß-Gerau immer wieder auch Bürger aus anderen Kreisen eine Immunisierung erhielten.

Bekannt aber sind nach Angaben der Kreissprecherin folgende Zahlen: Seit Inbetriebnahme des Impfzentrums in Groß-Gerau am 27. Dezember 2020 wurden bis einschließlich 3. April 2022 insgesamt 242 148 Impfungen verabreicht – 105 164 Erstimpfungen, 98 369 Zweitimpfungen, 37 652 Drittimpfungen sowie 963 Viertimpfungen.

Drei weitere Menschen sind gestorben

Die Corona-Daten vom 7. April weisen für den Kreis Groß-Gerau 243 Neuinfektionen binnen 24 Stunden aus, mit sinkender Tendenz. Es gab drei weitere Todesfälle im Kontext einer Covid-19-Erkrankung: Laut Gesundheitsamt verstarben zwei Frauen aus Bischofsheim und Raunheim sowie ein Mann aus Rüsselsheim, alle drei zwischen 83 und 86 Jahre alt.