Kreis Groß-Gerau: Beliebtheit von Wildfleisch steigt

Im Groß-Gerauer Nordkreis beginnt im November wieder die Zeit der Bewegungsjagden. Archivfoto: Thorsten Gutschalk

Im Kreis Groß-Gerau steht die Zeit der Bewegungsjagden bevor. Absperrungen sollen Bürger vor Schaden schützen.

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KREIS GROSS-GERAU. (red). Von November bis Januar sieht man sie wieder an Straßen, Wald- und Feldwegen stehen: Warnschilder mit der Aufschrift „Achtung Jagd“, gesäumt von speziellen Flatterbändern und Personen in signalfarbiger Kleidung.

In besonders wildreichen Gebieten gibt es laut Mitteilung des Kreispressebüros an wenigen Tagen im Jahr von der Jägerschaft aufwendig organisierte Bewegungsjagden. Dabei könne in kürzester Zeit eine möglichst hohe Anzahl vorab festgelegter Wildarten erlegt werden, um den Wildbestand zu regulieren. Die Regulation des Wildbestandes dient der Prävention vor Tierseuchen sowie der Vermeidung von Wildunfällen und Wildschäden. Eine zu hohe Wilddichte gefährdet zudem die Gesundheit und Sozialstruktur des Wildes, heißt es weiter.

Bei der Organisation einer Bewegungsjagd spielt der Sicherheitsaspekt eine elementare Rolle. Allerdings seien die umfangreichsten Sicherheitsvorkehrungen vergebens, wenn sie nicht beachtet würden. Wenn etwa Absperrungen von Spaziergängern und Radler umgangen würden, die sich der Gefahr nicht bewusst seien. Manche seien auch uneinsichtig, zudem seien Begegnungen mit Jagdgegnern mancherorts möglich. Generell – so die Mitteilung – gilt eine Störung der Jagdausübung nach dem Landesjagdgesetz als Ordnungswidrigkeit und wird dementsprechend geahndet.

In vielen Fällen trifft die Jagd aber auf Verständnis, heißt es weiter. Insbesondere die Gewinnung des hochwertigen Lebensmittels Wildfleisch wüssten immer mehr Menschen wertzuschätzen und so stünden der Wildschweinbraten oder das Rehgulasch in vielen hessischen Haushalten bereits auf dem Speiseplan. Wildfleisch könne „man zweifellos als das nachhaltigste Fleisch bezeichnen, dessen Beliebtheit im Hinblick auf bewussten Konsum und den Schutz von Klima und Biodiversität zusehends steigt“. Es handele sich um cholesterin- und fettarmes Fleisch mit hohem Eiweißgehalt, das im Vergleich zu Fleisch aus konventioneller Viehhaltung besonders reich an Vitaminen, Mineralstoffen und essentiellen Fettsäuren sei.

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Wer an Wildfleisch interessiert ist, kann sich direkt an die örtlichen Jäger oder Forstämter wenden oder die bundesweite Datenbank www.wild-auf-wild.de nutzen. Dort fänden sich auch Rezepte zum Nachkochen.