Im Verlierer-Lager der Groß-Gerauer Bürgermeister-Kandidaten...

Es war eine spannende halbe Stunde lang ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Ute Wiegand-Fleischhacker (SPD) und Monika Freitagsmüller (Freie Wähler-Bürgerliste), dann zeichnete...

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GROSS-GERAU. Es war eine spannende halbe Stunde lang ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Ute Wiegand-Fleischhacker (SPD) und Monika Freitagsmüller (Freie Wähler-Bürgerliste), dann zeichnete sich der Einzug der Sozialdemokratin in die Stichwahl gegen den führenden CDU-Mann Erhard Walther ab. Monika Freitagsmüller (48) trug die knappe Niederlage am Wahlabend im Historischen Rathaus mit Fassung. Sie landete am Ende mit 19,1 Prozent der Stimmen auf einem respektablen dritten Rang. Natürlich hatte sie sich mehr gewünscht, nachdem sie im Wahlkampf Sympathiepunkte sammeln konnte. "Mein Ziel war die Stichwahl", sagte sie in einer ersten Reaktion etwas enttäuscht. Gleichzeitig fügte die 48-Jährige selbstbewusst hinzu: "Ich stehe in sechs Jahren wieder auf der Matte." Bis dahin habe sich ihr Bekanntheitsgrad noch erhöht. In der Stadtverordnetenversammlung will sie sich künftig weiter engagieren und Themen voranbringen. Bereits am Wahlabend positionierte sich Freitagsmüller als Unterstützerin von Erhard Walther (CDU) im Kampf um das Bürgermeisteramt.

"Wer kämpft, kann verlieren", nahm Hans-Peter Gölzenleuchter sein Ausscheiden "sportlich". Die großen Parteien hätten vor allem ihre Stammwähler mobilisieren können, kommentierte der unabhängige Bewerber, der für die Linke im Stadtparlament sitzt, das Wahlergebnis. Mit 9,3 Prozent der Stimmen langte es für ihn nur für Platz vier. "Ich war sicher nicht der optimale Kandidat", sagte der 51-Jährige selbstkritisch, wobei er als Beispiel rhetorische Fähigkeiten ansprach. Auch er will sich als Stadtverordneter weiter stark machen für kommunale Belange. Was er aus dem Wahlkampf mitnimmt? "Ich kann jedem nur empfehlen: Engagiert Euch!" Nur so könne man der allgemeinen Politikverdrossenheit etwas entgegensetzen. Er werde keinen der beiden Bewerber für die Stichwahl unterstützen, kündigte Gölenzleuchter an. Beide sind seiner Meinung nach mit 60 und 57 Jahren "zu alt" für das Bürgermeisteramt.

Bitter war das Abschneiden bei der Bürgermeisterwahl für Dr. Renate Wahrig-Burfeind als Kandidatin der Grünen. Mit einem Stimmenanteil von 7,7 Prozent und Platz fünf blieb sie hinter ihren Erwartungen zurück. Sie habe einen sachlichen Wahlkampf geführt und im Bereich von Verkehr, ärztlichem Notdienst und Fußgängerzone Themen gesetzt, die von ihren Mitbewerbern aufgegriffen worden seien. "Es braucht offenbar Polemik, um anzukommen", bilanzierte Wahrig-Burfeind. "Das ist nicht meine Art." Viele Bürger hätten auf die bewährte Linie der CDU und der gestalterischen Mehrheit im Parlament gesetzt, der die Grünen gemeinsam mit CDU und Kombi angehören. Eine Präferenz für die Stichwahl wollte Wahrig-Burfeind noch nicht abgeben. Dazu wollen sich die Groß-Gerauer Grünen in den nächsten Tagen positionieren.

Die parteilose Kandidatin Irene Mougoui verfolgte die Wahlergebnisse in einer hinteren Reihe des Ratssaals. Am Ende blieb für sie mit 4,6 Prozent nur der letzte Platz. Sie habe gehofft, dass mehr Bürger eine parteiunabhängige, sachorientierte Bewerberin bevorzugen würden. Stattdessen wählten viele offenbar parteibezogen. Unterm Strich nahm sie die Niederlage gelassen: "Ich bin in guter Gesellschaft. Es gibt drei Verlierer."