Was macht Gernsheim so lebenswert?

In Gernsheim werden jetzt Karten mit Informationen über die Stadt verschenkt. Die  Aktion soll  das Image der Schöfferstadt aufwerten und Identität stiften. Foto: Vollformat/Alexander Heimann

Neue Imagewerbung für die Stadt auf Kärtchen, die vieles verraten und über Wissenswertes informieren.

Anzeige

GERNSHEIM. „Eulengarde, Eulenapotheke, Eulen am Torbogen. Eulen überall. Der Sage nach hat man mit ihnen fahrende Händler betrogen. Drum, sei wachsam Fremder – wir sind gewitzt.“ Diese „Warnung“ steht auf einem der „Gernsemer Kärtscher“, die seit einiger Zeit in Umlauf sind. Die Karten sind in Geschäften und an öffentlichen Orten ausgelegt und können dort kostenfrei mitgenommen werden.

Im Zuge des Stadtumbaus wurden in einer ersten Edition acht dieser kostenlosen Sammelkarten entwickelt: „Gernsheim hat seit 1356 die Stadtrechte. Es gab ein Wasserschloss (geschleift) und eine Rheinbrücke (gesprengt). Seit 2016 nehmen wir den Stadtumbau selbst in die Hand.“

Die 10 mal 10 Zentimeter großen blauen Kärtscher enthalten Wissenswertes, Anekdotisches und gehen der Frage nach, was Gernsheim so lebenswert macht. Es gibt auch Zuschreibungen über die Rheinstadt: „Der Gernsheimer Peter Schöffer hat als Mitarbeiter Gutenbergs in Mainz den Buchdruck maßgeblich weiterentwickelt und war damit Teil des bedeutsamsten Startups des Jahrtausends.“ Angesprochen wird auch die Verkehrsinfrastruktur: „Angebunden an die A67, die Bahnstrecke Frankfurt-Mannheim und die B44 ist man schnell hier und genauso schnell wieder weg. Im Zusammenspiel mit dem Hafen ist dadurch ein trimodularer Güterumschlag möglich. Das mach mal einer nach.“

Thematisiert wird die Lage am Rhein: „Erwähnen sollte man auch den Hafen für große Kähne und schnelle Boote. Den betreiben wir erst seit der Römerzeit, das vergisst man ganz leicht. Und für alle ohne Boot gibt‘s Helene, die Rheinfähre.“ Freilich geht nichts ohne Statistik: „Gernsheim ist zehn mal größer als Helgoland und passt 64 mal ins Saarland. Für alle Schlaumeier und Besserwisser – hier geht‘s auch zum Abitur.“

Anzeige

„Erfinder“ dieser Imagewerbung ist Diplomingenieur Knut-Henning Krieger, der für den Stadtumbau maßgeblich verantwortlich ist. Er meint, dass mit dem äußeren Aufpolieren auch ein Bewusstwerden der Identität verbunden sein solle. Dabei ist seine Lieblingskarte natürlich die vom Stadtumbau.

Die Reihe soll mit Hilfe der Bürger erweitert werden. Eine zweite Edition ist als Wettbewerb gestaltet. „Wer hat Lust, Muße und den unbändigen Drang, etwas zu erzählen?“, heißt es dazu. Krieger sammelt Schwänke, verlorenes Wissen, alte Geschichten und neue Ideen. Die Texte sollen kurz sein und dürfen durchaus mit einem Augenzwinkern erzählt werden. Die besten Sprüche werden mit einer Grafik versehen und als Kärtchen gedruckt – mit Namensnennung des Urhebers.