Schnabbe, ääbsch und ejendwoann

Zum zweiten Workshop „Platt es net Platt“ kommen 50 Besucher ins Büttelborner Café Extra. Fritz Ehmke und Roland Bauer von den Mundartfreunden Südhessen sind zu Gast.

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BÜTTELBORN. Hätten sich am Donnerstagabend Auswärtige im Café Extra unter den Gästen befunden, sie hätten vermutlich nicht allzu viel vom Geschehen verstanden. Denn beim zweiten Workshop „Platt es net Platt“ von Uwe Plahuta in Zusammenarbeit mit Melitta Peter von der Generationenhilfe wurde ausschließlich in südhessischer Mundart gebabbelt.

Uwe Plahuta, leidenschaftlicher Verfechter der Mundart, hatte dieses Mal Fritz Ehmke und Roland Bauer von den Mundartfreunden Südhessen eingeladen. Beide kamen in original Lindenfelser Tracht mit gestickten Hosenträgern und Leinenhemden auf die Bühne. Ehmke, Inhaber eines Tonstudios, hat in der Vergangenheit mit dem Büttelborner Männergesangverein (MGV) Liederkranz einige CDs eingespielt und setzt sich überregional für den Erhalt der Mundart ein.

Mundartlieder und eine Plakette

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„Wir sind die letzte Generation, die noch Mundart sprechen kann und müssen sie weitergeben, sonst stirbt sie in Schönheit aus“, erklärte Ehmke den rund 50 Besuchern. Der Diplom-Ingenieur und Unternehmensberater möchte seine Bemühungen um deren Erhalt generationenübergreifend angehen und besucht daher mit Gleichgesinnten Kindergärten und Schulen, um Kinder für die Heimatsprache zu begeistern. Daraus entstanden bereits ein Bilderbuch mit mundartlichen Begriffen und ein Liederbuch.

Jüngstes Vorhaben des rührigen Lützelbachers ist das Benefizprojekt „Kaiserturm – ein Herz für die Mundart“ mit der Vergabe von Mundartpreisen für Babbel- oder Liedbeiträge und für Projekte zur Förderung der Mundart.

Als Gastgeschenk überreichte Ehmke Uwe Plahuta, der in der Gemeindeverwaltung tätig ist, eine Plakette mit der Aufschrift „Mer schwätze Platt“. Die Plakette soll an der Gemeindeverwaltung angebracht werden und die Verbundenheit mit dem Dialekt zum Ausdruck bringen.

Roland Bauer unterhielt die Besucher auf seinem Akkordeon mit Mundartliedern wie den Balladen von der „Scholze Greet“ oder der „Kittelscherz“. Auch MGV-Sänger Hans Funk ließ es sich nicht nehmen, Lieder anzustimmen und die Besucher zum Mitsingen zu animieren.

Hoch her ging es anschließend, als Uwe Plahuta Begriffe in alphabetischer Reihenfolge ins Südhessische übersetzte und reihum verlesen ließ. Begriffe wie schnabbe (hinken), ääbsch (hässlich), ejendwoann (irgendwann) oder jounern (jammern) wurden mit viel Gelächter kommentiert. Auch Plahutas Anekdote von den bei einer Tombola gewonnenen Hingel und Giggel, die alsbald als Hühnerragout auf dem Tellern landeten, goutierten die Besucher mit viel Applaus.

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Komplettiert wurde der Mundartabend mit einem Büfett leckerer hessischer Spezialitäten wie Handkäse, Koch- und Spundekäse, das Mitglieder der Generationenhilfe zubereitet hatten.

Von Marvi Mensch