Neues Konzept für Baugebiet in Bischofsheim beschlossen

So mancher Anlieger in Bischofsheim lehnt das Bauprojekt „Alter Bahnhof“ gänzlich ab. Foto: hbz/Jörg Henkel

Für das Areal „Alter Bahnhof“ ist der Bau von nur noch 37 Wohneinheiten vorgesehen, davon 34 Reihenhäuser. Investor Christoph Straube hat im Ausschuss das Projekt vorgestellt.

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BISCHOFSHEIM. Im Baugebiet „Alter Bahnhof“ werden deutlich weniger Reihenhäuser entstehen als noch vor einem Jahr geplant. Investor Christoph Straube hat im Ausschuss für Kultur, Umwelt, Bauen und Soziales (Kubus) aktuelle Pläne vorgestellt. Laut Straube sind jetzt nur noch 37 Wohneinheiten vorgesehen, davon 34 Reihenhäuser.

Der Denkmalschutz hatte die ursprüngliche Planung, die noch 55 Wohnungen vorsah, abgelehnt. Ein Grund sei, dass die Blickachse zum Bahnhof nicht gewährleistet sei. Bürgermeister Ingo Kalweit (CDU) räumte ein, „dass wir die Rückspultaste gedrückt haben“. Der Denkmalschutz habe der Gemeinde in die Suppe gespuckt.

Anlieger befürchten Verkehrslärm

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Rund 30 Anlieger waren zur Sitzung erschienen. Sie befürchten mehr Verkehrslärm und lehnen das Bauprojekt daher teilweise ganz ab. Die Anwohner warfen Kalweit vor, entgegen seiner Versprechen nicht genug über die Baupläne zu informieren. Der Rathauschef antwortete, dass er nicht informieren konnte, da die neuen Pläne noch nicht beschlossen seien.

Anwohner Holger Schneider erinnerte an die Bürgerversammlung im Oktober 2017. Damals hätten Anwohner schon Bedenken wegen der Zufahrt geäußert. „Wir hatten gedacht, dass wir befragt werden“, meinte Schneider. Kalweit verdeutlichte, dass es diesmal nur um die Variante der Bebauung gehe. Erst danach sei ein Verkehrskonzept mit den Bürgern möglich.

Eine Anwohnerin betonte, „dass wir dieses Baugebiet gar nicht wollen“. Häuser machten dort keinen Sinn. Anwohner Horst Nemeth fragte, ob schon endgültig fest stehe, dass überhaupt gebaut werde. Die Frage wurde verneint. Nemeth warnte, dass die Verkehrsbelastung bereits jetzt hoch sei. 34 Kastenwagen seien gezählt worden. Kalweit entgegnete, dass die Verkehrsbelastung überschaubar sei. Es werde kaum zusätzlichen Verkehr geben.

Ein Anwohner kritisierte indes die mangelnden Infos: „Wir verkommen zum Industriegebiet zweiter Klasse. Jetzt erhalten wir noch ein Wohngebiet, das wir nicht wollen.“ Ein anderer Anwohner monierte, dass es bereits eine starke Belastung an Bahn- und Fluglärm gebe, in Zukunft komme noch verstärkt Autolärm hinzu. Kalweit versprach den Anwohnern der Bahnhof- und der Wilhelmstraße eine Info-Veranstaltung.

Investor Christoph Straube erläuterte, „dass wir mit dem Denkmalschutz ein neues Konzept erarbeitet haben“. Dies habe ein Jahr gedauert. Es werde mehr architektonische „Highlights“ geben, unten seien Reihenhäuser vorgesehen. Hinzu kämen 60 Parkplätze. Da nun 15 Wohneinheiten weniger entstünden, sei der Blick zum Bahnhof frei. Architekt Kristian Kaffenberger versprach, dass es einen guten Mix zwischen architektonischer Qualität und Wirtschaftlichkeit geben werde.

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Kalweit erklärte, dass eine Erschließung des Baugebietes entweder über die Bahnhofstraße, über die Wilhelmstraße oder über beide Straßen möglich sei. Auch eine Lösung für die Feuerwehr und die Müllabfuhr müsse gefunden werden. Laut Kalweit sollen die Baupläne bald offengelegt werden. Dann könnten Anwohner Einspruch einlegen.

Das neue Plankonzept wurde mit den Stimmen von SPD, CDU und Galb beschlossen. Die BFW-Fraktion enthielt sich.

Von Bernd Diefenbach