Großes Interesse an energetischer Gebäudesanierung

In Hochwasserrisikogebieten müssen Heizöltanks bis 2033 hochwassersicher nachgerüstet werden – beim Tausch gegen eine moderne Heizungsanlage gibt es einen zusätzlichen Förderbonus. Symbolfoto: Patrick Pleul/dpa

Gut besucht war eine Veranstaltung in der Biebesheimer Kulturhalle, die Hauseigentümer über Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz ihrer Immobilien informierte.

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BIEBESHEIM. 80 Gäste, neun Unternehmen und drei Vorträge gab es kürzlich in der Kulturhalle in Biebesheim bei der vierten Veranstaltung der Sanierungskampagne „Sanierung im Fokus“ des Kreises Groß-Gerau, diesmal gemeinsam organisiert mit der Gemeinde Biebesheim. „Das große Interesse zeigt, dass wir an einem wichtigen Thema dran sind“, sagte der Erste Kreisbeigeordnete Adil Oyan (Grüne). „Wir freuen uns sehr, dass die Gemeinde und der Kreis gemeinsam den Bürgern eine Hilfestellung geben können, wenn es um das Thema der energetischen Gebäudesanierung geht“, ergänzte Bürgermeister Thomas Schell (SPD).

Per Brief eingeladen waren Hauseigentümer des Quartiers Biebesheim Süd-Ost mit rund 450 Wohngebäuden. „Die meisten Gebäude sind vor der ersten Wärmeschutzverordnung aus dem Jahr 1977 erbaut worden und in ihrer Bausubstanz sehr ähnlich“, so Schell.

Die rege Diskussion und die vielseitigen Fragen machten deutlich, wie intensiv sich die Bürger mit dem Thema auseinandersetzen, schreibt der Kreis in einer Pressemitteilung. Auch wenn die Sanierungskosten aktuell stiegen, erhalte man immer noch Förderungen für unterschiedliche Maßnahmen. Gleichzeitig tue man etwas für Klimaschutz und die Behaglichkeit in den eigenen vier Wänden.

Norbert Stang, Geschäftsführer der Effizienz:Klasse GmbH aus Darmstadt, stellte eine Komplettsanierung eines Einfamilienhauses aus dem Jahr 1970 zum Effizienzhaus 100 vor. Dabei nannte er Kosten und mögliche Förderungen. Inga Freund von der LandesEnergieAgentur (LEA) Hessen hatte weitere Informationen: „Je effizienter das Gebäude saniert wird, desto höher fallen die Förderquoten aus. Der Einsatz erneuerbarer Energien kann den Fördersatz sogar noch weiter steigern“, betonte sie. Wichtig sei es, den Kontakt zu Energieberatern zu suchen.

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Elke Grimm, Leiterin des Fachdienstes Natur-, Wasser- und Bodenschutz der Kreisverwaltung, sprach das Thema Heizöltanks in Hochwasserrisikogebieten an. Bis 2033 müssten alle Heizölverbraucheranlagen in solchen Gebieten hochwassersicher nachgerüstet werden. Dies war vielen unbekannt. Der Gesetzgeber gibt aber einen zusätzlichen zehnprozentigen Förderbonus beim Tausch einer Ölheizung oder einer 20 Jahre alten Gasheizung gegen eine moderne Heizungsanlage.

Für 2023 plant der Fachdienst Klimaschutz der Kreisverwaltung weitere Veranstaltungen zum Thema. Oyan zog ein positives Fazit. Nach der vierten Veranstaltung seien knapp 2000 Menschen mit Post und E-Mail erreicht worden. Die Zahl der Teilnehmer bei den Veranstaltungen summierten sich auf 310, was nach den Corona-Jahren sehr zufriedenstellend sei. Infos zur Sanierungskampagne gibt es online unter https://klima.kreisgg.de/sanierung.