Weiterstädter Anna-Freud-Schule soll saniert werden

Die Anna-Freud-Schule in Weiterstadt soll voraussichtlich ab 2023 renoviert und umgebaut werden. Schüler und Lehrer sollen in ein Ausweichquartier umziehen. Foto: Guido Schiek

Das Weiterstädter Schulkarussell dreht sich weiter: Auch die Anna-Freud-Schule steht auf der Liste der zu sanierenden Schulen. Ab 2023 könnte es losgehen.

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WEITERSTADT. Die Schul-Rochade in Weiterstadt geht weiter. Sie betrifft neben der Astrid-Lindgren-Schule auch die Anna-Freud-Schule (AFS) und die noch kommende fünfte Grundschule für Weiterstadt. Die AFS ist eine Ganztagsschule für Schüler mit Lernbeeinträchtigung, die saniert und erweitert werden müsste.

Wie berichtet, soll die Braunshardter Astrid-Lindgren-Schule renoviert und umgebaut werden und für diese Zeit in Pavillons auf das Gelände der Albrecht-Dürer-Schule ziehen. Wenn die Astrid-Lindgren-Schule – voraussichtlich 2023 – wieder in Braunshardt ist, kommt die AFS ins Spiel. Die Förderschule soll in die Pavillons einziehen und ihre Altbauten gegenüber des Weiterstädter Hallenbads abgerissen werden. Auf diese Fläche südlich der Albrecht-Dürer-Schule will der Landkreis die fünfte Weiterstädter Grundschule bauen.

Brigitte Allendörfer, die neue Schulleiterin der Anna-Freud-Schule, kannte bis zur ECHO-Anfrage zwar die Abrisspläne, wusste aber nichts über das Ausweichquartier. „Genauere Angaben, an welchem Standort wir in der Zeit untergebracht werden sollen, wurden damals nicht gemacht. Diese habe ich gerade aus Ihrer E-Mail“, sagt sie. „Sollte die AFS ab 2023 wieder in eine Mobiskul umziehen müssen, so erwartet die Schulgemeinde im Vorfeld eine entsprechende Information und Einbeziehung in die Planung“, fordert Brigitte Allendörfer.

„Im Schulgebäude unserer Schule muss die Umsetzung unserer Konzeptschwerpunkte räumlich abgebildet sein“, erläutert die Schulleiterin. Dazu gehörten unter anderem eine Küche für das pädagogische Kochkonzept, Räume für Logo- und Ergotherapie oder die Ausstattung für die Berufsorientierung. Zudem sei die AFS eine Ganztagsschule.

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„Generell macht eine Auslagerung aus meiner Sicht nur Sinn, wenn tatsächlich entschieden ist, an welcher Stelle in Weiterstadt die neue Grundschule gebaut wird“, sagt Brigitte Allendörfer.

Aber wohin zieht die Anna-Freud-Schule zurück, wenn die fünfte Grundschule auf ihrer Fläche steht? Denn Förderschulen sind geschützt. „Das grundsätzliche Wahlrecht der Eltern in Bezug auf den Förderort ihres Kindes ist im Hessischen Schulgesetz verankert und daher muss den Eltern auch eine Förderschule vor Ort zur Verfügung stehen“, erläutert die Schulleiterin. „Die Anna-Freud-Schule besuchen derzeit 100 Schülerinnen und Schüler in acht jahrgangsgemischten Lerngruppen – das ist eine Lerngruppe mehr als im vorangegangenen Schuljahr.“ Das zeige, dass Eltern ihr Wahlrecht nutzen, so die Schulleiterin.

Die Lösung des Landkreises: Die Anna-Freud-Schule und die fünfte Grundschule kommen in ein Gebäude. „Es ist geplant, das Gebäude so zu entwerfen, dass sowohl zwei Schulen unter einem Dach als auch die eventuell gewünschte Integration der Schule in Grund- und weiterführende Schule möglich ist“, teilt Kreispressesprecher Stefan Weber mit.

Beim Standort der fünften Grundschule schlagen die Stadt Weiterstadt, die Albrecht-Dürer-Schule und der Weiterstädter Bildungsbeirat hingegen vor, die Grundschule im Klein-Gerauer-Weg, nördlich und damit gegenüber der Albrecht-Dürer-Schule zu bauen. „Für den Standort spricht, dass die AFS nicht zweimal umziehen müsste“, erklärt Weiterstadts Bürgermeister Ralf Möller. „Städtebaulich wäre das auch viel besser“, weist er darauf hin, dass der Klein-Gerauer-Weg Fahrradstraße werden soll, während im Büttelborner Weg laufend Linienbusse fahren.