Tour der Hoffnung macht Zwischenstopp in Weiterstadt

Nach einem Stopp beim Hauptsponsor Skoda radeln die Teilnehmer der "Tour der Hoffnung" am Freitag weiter zum Weiterstädter Medienschiff in der Innenstadt. Foto: Guido Schiek

Für die rund 200 Teilnehmer der Benefizaktion gab es am Freitag einen herzlichen Empfang. Bei Skoda und am Medienschiff wurden Spenden für die Kinderkrebshilfe gesammelt.

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WEITERSTADT. "Eine Stadt wird erst durch ihre Bürger schön. Und Weiterstadt ist richtig klasse", sagte der ehemalige Boxweltmeister Henry Maske am Freitagmittag. Der früheren Bi- athletin Petra Behle fehlten glatt die Worte über die große Spendenbereitschaft und den herzlichen Empfang in Weiterstadt. Den gab es dort für die insgesamt 200 Radler in den auffälligen grünen Trikots gleich zweimal. Zuerst machte der Tross auf dem Gelände von Skoda einen Zwischenstopp. Der Autohersteller zählt neben Merck zu den Hauptsponsoren der Tour, die am Mittwoch in Gießen begonnen hatte und am Samstag in Heidelberg endet. Anschließend radelte die Gruppe weiter zum Medienschiff in der Innenstadt, wo schon mehrere Hundert Besucher gespannt warteten.

Auf ihrer "Tour der Hoffnung" durch Hessen und Baden-Württemberg sammeln die Radler Spenden für die Kinderkrebshilfe. Zum 35. Mal treten dafür namhafte Sportler, Politiker, Manager, Ärzte und idealistisch gesinnte Bürger in die Pedale. Das ehrgeizige Ziel, die Rekordsumme des vergangenen Jahrs von mehr als 2,3 Millionen Euro zu knacken, könnte erreicht werden. Allein 724 000 Euro kamen am ersten Tag zusammen, freute sich der Weiterstädter Internist Uwe Wojts, der die Tour mitorganisiert. Am Freitagmittag hatte sich die Summe schon nahezu verdoppelt.

Bei Skoda warteten etwa 100 Mitarbeiter auf die Ankunft der Radler. "Henry Maske ist mein Favorit. Ich hoffe, ich kann ein Selfie mit ihm machen", sagte Alexander Stumpp. "Sie kommen, ich höre das Martinshorn der Polizei", rief wenig später Moderatorin Marina Kielmann ins Mikrofon. Dann ging alles ganz schnell: Begleitet von Applaus und Jubel bogen die Radler in die Max-Planck-Straße ein. Der Parkplatz wurde zum Meer aus grünen Trikots, dann verteilten sich die Radler auf dem Gelände.

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"Es ist toll und auch wichtig, dass sich Prominente engagieren", sagte Teilnehmer Friedrich Neukirch, der sich mit Henry Maske und weiteren Radlern an einem Stehtisch stärkte. Ob Promi oder nicht - das war angesichts der einheitlichen Trikots schwer auszumachen. "Und weil es keine Star-Allüren gibt", wie Weiterstadts Bürgermeister Ralf Möller sagte. Der passionierte Ausdauersportler radelt zum ersten Mal mit. Er schwärmte von der "tollen Truppe", wie er sie nannte. "Hier sind alle per Du, es ist wie eine große Familie. Keiner lässt irgendwie heraushängen, wie bekannt und erfolgreich er ist", schilderte Möller.

Ehemalige Spitzensportler wie Kai Hundertmarck, Felix Magath und Christoph Langen zum Beispiel sind dabei. Auch Kirchenpräsident Volker Jung zählt zum Fahrerfeld. Worum es bei der Tour der Hoffnung geht, wurden Schirmherrin Petra Behle und andere Mitstreiter am Mikrofon nicht müde zu betonen: die Krebsforschung zu fördern und die Versorgung kranker Kinder zu verbessern.

"Wenn wir alle an einem Strang ziehen, können wir viel für die Krebshilfe bewegen", sagte Petra Behle beim anschließenden Stopp am Medienschiff. Die Weiterstädter leisteten dafür einen beachtlichen Beitrag. "Ich bin platt", freute sie sich über den regelrechten Spendenmarathon. Weiterstädter Firmen, Vereine und Privatleute gaben Geld für den guten Zweck. "Wahnsinn, was sich die Weiterstädter alles ausgedacht haben", freute sich Petra Behle.

"Wir haben gedacht, wir könnten bei der Radtour mitfahren", sagte Selina Birnbaum, die mit ihrer Mutter Natascha zum Medienschiff gekommen war. Doch das ist nicht vorgesehen, "Macht nichts, dann spenden wir eben etwas", sagte die junge Frau. 20 500 Euro waren es schließlich, die allein am Medienschiff zusammenkamen.

Das Ergebnis feierten Sportler und Gäste mit Musik und Liedern von Schlagersänger Michael Heck. Nach einer Stunde Aufenthalt brach der grüne Tross - erneut von Applaus und Jubel begleitet - nach Darmstadt auf.

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Einen Wermutstropfen gab es für alle, die sich auf den Fallschirmsprung des ehemaligen Kunstturners Eberhard Gienger gefreut hatten. Wegen der sturmbedingten Flugausfälle am Vortag herrschte am Frankfurter Flughafen ein solcher Betrieb, dass Gienger und sein Team in Egelsbach keine Starterlaubnis bekamen. Der Sturm hatte am Donnerstag auch für den ersten Abbruch der Tour in ihrer 35-jährigen Geschichte gesorgt.