Ein ausgezeichnetes Kinoerlebnis

Jochen Pollitt vom Kommunalen Kino in Weiterstadt freut sich über viele ausverkaufte Vorstellungen im vergangenen Jahr. Foto: Karl-Heinz Bärtl

Jochen Pollitt vom Kommunalen Kino Weiterstadt (Koki) ist über Filme zur Musik gekommen. „Der Regisseur Stanley Kubrik war schuld, dass ich Klassikfan geworden bin“,...

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WEITERSTADT. Jochen Pollitt vom Kommunalen Kino Weiterstadt (Koki) ist über Filme zur Musik gekommen. „Der Regisseur Stanley Kubrik war schuld, dass ich Klassikfan geworden bin“, erzählt er im Gespräch mit dem ECHO über das aktuelle Kinoprogramm. Jochen Pollitt weist dabei auf den Kubrik-Film „Uhrwerk Orange“ hin, der am 28. Januar um 20 Uhr im Kommunalen Kino läuft. Und zu dessen Soundtrack auch Stücke von Ludwig van Beethoven, Gioachino Rossini und Edward Elgar gehören.

„Das Programm ist ein Spagat zwischen Filmkunst und bekannten Filmen“, sagt Jochen Pollitt. Daher lief in den ersten Januarwochen auch „Le Mans 66“ (von 2019 mit Matt Damon und Christian Bale) und es kommt noch, am 24., 25. und 26. Januar, Disneys „Die Eiskönigin 2“.

Ein Hinweis, dass der Spagat gelingt, sind die ausverkauften Vorstellungen und die Auszeichnungen fürs Koki. 2018 und 2019 habe man mehr ausverkaufte Vorstellungen gehabt, als von 2000 bis 2017 insgesamt, beschreibt Jochen Pollitt. Und damit das Programm variiert, wechsele man sich monatlich bei der Planung ab. Getragen wird das Kino überwiegend von ehrenamtlichen Kräften, die Stadt finanziert eine halbe Stelle, die Räume und die Technik.

2019 hat das Koki zwei Auszeichnungen gewonnen. Am 18. Oktober erhielt es den „Hessischen Kinokulturpreis für nicht gewerbliche Kinos“ und eine Woche später wurde es vom bundesweiten Kinematheksverbund für „Kino, das verbindet“ ausgezeichnet.

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Das Weiterstädter Kommunale-Kino-Jahr weicht ab vom normalen Jahr, da es keine Weihnachtspause gibt und das Open-Air-Film-Fest im Sommer die Zäsur ist. „Über Weihnachten hat es im Kino gebrummt“, beschreibt Jochen Pollitt wie hoch dieses Mal die Nachfrage zwischen den Jahren war.

„Für März haben wir die Indien-Filmwoche geplant“, blickt Jochen Pollitt voraus. Da kooperiere das Kino dann mit der Deutsch-Indischen-Gesellschaft. Und im Mai und Juni sind die Latino-Filmwochen. Das Queer-Filmfest ist nach dem Open-Air-Filmfest, bei dem inzwischen Filmemacher aus über 120 Ländern ihre Filme einreichen.

Die Filme mit den meisten Besuchern waren 2019 „Der Junge muss an die frische Luft“ (564 Zuschauer) und „Bohemian Rhapsody“ (408). Die hätte man eigentlich doppelt so oft vorführen müssen, um die Nachfrage zu bedienen, schildert Pollitt. Weitere beliebte Filme waren „Monsieur Claude 2“, „Green Book“ und „Das perfekte Geheimnis“. Insgesamt kamen im vergangenen Jahr 11 235 Besucher in 534 Vorstellungen mit 219 verschiedenen Filmen.

Seit November 2019 wird das Kino zur Nachhaltigkeit beraten, die Kosten dafür übernimmt das Land Hessen. „Wir haben daher jetzt das Programm auf Recyclingpapier und nicht mehr auf Hochglanzpapier“, sagt Jochen Pollitt und zeigt auf das nicht mehr glänzende Leporello. Auch bei den Brillen für 3 D-Filme ist das KoKi nachhaltig, die werden gereinigt und wiederverwendet.