ADRA Weiterstadt hilft Kindern in der ganzen Welt

Im Deutschlandsitz der Hilfsorganisation ADRA (Adventist Development and Relief Agency) in der Robert-Bosch-Straße/Ecke Rudolph-Diesel-Straße in Weiterstadt arbeiten 48 Mitarbeiter. Auf dem Areal befindet sich auch ein Secondhand-Shop. Foto: Dirk Zengel

Mit einer weltweiten Kampagne macht die Hilfsorganisation ADRA mit Sitz in Weiterstadt auf Kinderschicksale aufmerksam. Auch in Weiterstadt und Umgebung sollen die Plakate...

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WEITERSTADT. Der Film geht unter die Haut. Er zeigt Kinder, die in Kriegsgebieten und in Armut leben. Jungen, die mit Waffen hantieren und Steine schleppen, die sie kaum tragen können. Mädchen, die kaum älter sind als zehn und für eine Zwangsheirat zum Traualtar geführt werden. Überall dort, wo Not und Elend groß sind, leiden vor allem Kinder. Die Hilfsorganisation ADRA, die ihren Deutschlandsitz in Weiterstadt hat, will hier mit Projekten und Kampagnen gegensteuern. Unter anderem mit einer weltweiten Kampagne, auf die ADRA auch in Weiterstadt und Umgebung mit Plakaten hinweisen will. Ebenso ist der Film mit den bedrückenden Szenen über Kinderschicksale Teil der Kampagne. Den Schlüssel für eine bessere Welt sieht ADRA in der Bildung. „Das ist ein Menschen- und damit auch ein Kinderrecht“, sagt Christian Molke, der Geschäftsführer und Pressesprecher von ADRA Deutschland. Die Bedeutung von Bildung sei immens. Bildung sei nach wie vor ein wichtiger Hebel, um Menschen aus Armut zu bringen. „Wenn alle Mädchen die weiterführende Schule abschließen würden, hieße das weniger Frühschwangerschaften, eine geringere Kindersterblichkeit, weniger Kinderhochzeiten und ein höheres Einkommen gegenüber Frauen ohne Bildung“, beschreibt es Molke.

Im Deutschlandsitz der Hilfsorganisation ADRA (Adventist Development and Relief Agency) in der Robert-Bosch-Straße/Ecke Rudolph-Diesel-Straße in Weiterstadt arbeiten 48 Mitarbeiter. Auf dem Areal befindet sich auch ein Secondhand-Shop. Foto: Dirk Zengel
Auch in Somalia engagiert sich ADRA Deutschland. Christian Molke (rechts) besucht dort regelmäßig Bildungsprojekte. Foto: ADRA

„Every Child. Everywhere. In School“ heißt deshalb die aktuelle Kampagne, die ADRA bereits in einigen Ländern weltweit gestartet hat. Um jedem Kind auf der Welt Zugang zu Bildung zu ermöglichen, ist der Bau von Schulen in Katastrophengebieten und Entwicklungsländern notwendig. Auch geht es um Berufsbildung und um die Betreuung nach einem Katastrophenfall. Aktuell baut ADRA zwölf Bildungseinrichtungen allein in Somalia im Rahmen eines laufenden Projekts. Auch in Albanien, Thailand, Serbien und Äthiopien engagiert sich die Hilfsorganisation, die weltweit in 140 Ländern vertreten ist, an Bildungsprojekten. Auffällig ist, dass auf keinem der Kampagnen-Plakate ein Spendenkonto angegeben ist. Denn letztendlich soll doch die Kampagne den Bau von Schulen ermöglichen? Christian Molke lächelt. „Unsere Projekte werden auch mit Spenden finanziert, das stimmt. Aber erstmal wollen wir ein Bewusstsein für die Probleme schaffen. Erst wenn die Menschen hier erkennen, wie gut es ihnen geht und welches Elend es auf der Welt gibt und verstehen, dass wir hier Hebel haben, um vieles zu bewirken, dann wird die Welt besser werden“, sagt Molke. Wer die Projekte von ADRA unterstützen möchte, bekommt die Möglichkeiten also nicht offensiv, sondern muss sich kümmern, informieren, aktiv werden. Bei ADRA beginnt die bessere Welt im Kopf. „Das ist unser Auftrag und ein langer Marathon, den wir gehen wollen.“ Wer sich damit befasst, gelangt schnell über die Homepage zu den Möglichkeiten, sich zu engagieren. Für die aktuelle Kampagne zum Beispiel plant ADRA eine Petition. Eine Million Unterschriften sind nötig, um das Thema bei den Vereinten Nationen in New York auf die Tagesordnung zu bringen. „Das wäre eine Möglichkeit, sich mit dem Thema auf hohem Niveau zu befassen“, sagt Molke. Auch ein Spendenkonto gibt es auf der Homepage. Mehr als 24 Millionen Euro hat ADRA Deutschland im vergangenen Jahr bekommen. Größter Geldgeber war das Auswärtige Amt mit 8,7 Millionen Euro, dicht gefolgt von Europe Aid, dem Amt für Zusammenarbeit der Europäischen Kommission.