Warten auf die Ruhe

Lärmquelle: Seit Ende März vergangenen Jahres steht das Kühlaggregat auf dem Dach der Kreisklinik in Jugenheim. Archivfoto: Karl-Heinz Bärtl  Foto:

Das Brummen hält an. Gerade im Sommer ist das Kühlaggregat auf dem Dach des Kreiskrankenhauses in Jugenheim im Dauerbetrieb. Noch. Denn die Anwohner rund um die Klinik...

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JUGENHEIM. Das Brummen hält an. Gerade im Sommer ist das Kühlaggregat auf dem Dach des Kreiskrankenhauses in Jugenheim im Dauerbetrieb. Noch. Denn die Anwohner rund um die Klinik können jetzt auf ein Ende des permanenten Lärms hoffen. Die Kühlanlage soll vom Dach verschwinden, hat der Eigenbetrieb Kreiskliniken zugesagt. „Aber das dauert“, befürchtet Thomas Broll von der Bürgerinitiative, die sich seit Monaten gegen den Betrieb der Lärmquelle wehrt. Broll bleibt skeptisch.

„Die Kühlanlage soll vom Dach in den Keller verlegt werden“, sagt der Sprecher des Landkreises, Stefan Weber. Das Aggregat soll demontiert, im Untergeschoss des Klinikgebäudes eine andere Anlage installiert werden, die dazu dient, die Temperatur auf der Intensivstation zu regulieren. Damit hätte die Belästigung der Nachbarschaft ein Ende. 150 000 Euro stehen dafür beim Eigenbetrieb zur Verfügung.

„Aber wann kommt die neue Anlage?“, fragt Thomas Broll. Gerade im Sommer, wenn die die Kühlung besonders intensiv genutzt wird, fühlen sich Broll und seine Nachbarn in ihrer Lebensqualität beeinträchtigt. Der Aufenthalt auf der Terrasse oder dem Balkon und das Lüften über Nacht sei kaum mehr möglich, lauten die Beschwerden der Anwohner. Entsprechend groß ist deren Ungeduld.

Öffentliche Ausschreibung ist nötig

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Bis das Kühlgerät auf dem Klinikdach abgeschaltet wird, dürfte es noch eine Weile dauern. „Die bauliche und technische Umsetzung erfolgt nach öffentlicher Ausschreibung und entsprechender Vergabe“, sagt Pressesprecher Weber. Einen Termin für die Inbetriebnahme des neuen Kühlaggregats konnte er am Montag nicht nennen.

„Wir feiern erst, wenn das neue Gerät in Betrieb und hier Ruhe eingekehrt ist“, sagt Thomas Broll.

Unterschiedliche Meinungen gibt es darüber, ob die Klinik handeln muss. Der Eigenbetrieb sieht den angekündigten Umbau als freiwillige Leistung. Sie verweist auf die in seinem Auftrag ausgeführten Messungen. Demnach lagen die Werte in Schlaf-, Lese- und Wohnzimmern zwischen 44 und 53 Dezibel. Den Grenzwert gibt die Betriebsleitung mit 55 Dezibel an.

Aus Sicht der Bürgerinitiative stellt sich die Situation jedoch anders dar. Das Klinikumfeld müsse als Kurgebiet/für Krankenhäuser und Pflegeanstalten“ oder „zumindest als reines Wohngebiet“ eingestuft werden. Deshalb sieht die BI die Klinikleitung in der Pflicht.

Trotz dieses Grundkonflikts betont Landkreissprecher Weber, den Willen von Landrat Klaus Peter Schellhaas (SPD), politischen Gremien und dem Eigenbetrieb ein „gutes Einvernehmen mit den Nachbarn zu erzielen“. So habe in Gesprächen mit der BI das jetzige Ergebnis erreicht werden können. Thomas Broll wartet jetzt nur noch auf die Umsetzung.

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Von Wolfgang Görg