Seeheimer Schlosspark soll wiederhergestellt werden

Das Seeheimer Schloss liegt in einem idyllischen Landschaftspark mit alten Bäumen und kleinem Teich.Archivfoto: André Hirtz  Foto:

Der Seeheimer Schlosspark soll weitgehend so wiederhergestellt werden, wie es ein gartenhistorisches Gutachten aus dem Jahr 2004 befürwortet hatte. Das hat die...

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SEEHEIM-JUGENHEIM. Der Seeheimer Schlosspark soll weitgehend so wiederhergestellt werden, wie es ein gartenhistorisches Gutachten aus dem Jahr 2004 befürwortet hatte. Das hat die Gemeindevertretung beschlossen. Das Ortsparlament folgte mit wechselnden Mehrheiten einem Antrag der SPD-Fraktion. Demnach soll der Bürgermeister das Abnahmeprotokoll nur dann freigeben, wenn unter anderem der historische Rundweg komplett wiederhergestellt ist – nicht nur als Trampelpfad über den Rasen.

SPD bringt neun Punkte ihres Antrags durch

Die Abstimmung über zehn einzeln aufgeführte Maßnahmen brachte der SPD einen noch größeren Erfolg als die Beschlussempfehlung des Bauausschusses (wir haben berichtet). Im Teilgremium setzten die Sozialdemokraten sieben der vorgeschlagenen Verbesserungen für den Park durch, im Gesamtparlament waren es neun. Abgelehnt wurde nur die Forderung, der gesamte östliche Parkteil hinter dem Schloss sei als „lichter Parkwald“ wiederherzustellen. Ein „Ja“ gab es hingegen für die Forderung, das „historische Wegenetz mit den typischen Ruhe- und Aussichtsplätzen so weit wie möglich wieder herzustellen“ und neue Wege als Ersatz für unterbrochene Verbindungen anzulegen.

Der Vorstoß geht auf die Kritik der SPD am jüngst vorgelegten, mit der Denkmalschutzbehörde abgestimmten „Parkpflegekonzept“ zurück. SPD-Fraktionschef Wolfgang Weber argumentiert, die Ziele des ursprünglichen Parkpflegewerks aus dem Jahr 2004 hätten laut den Verträgen in das jetzige Pflegekonzept umgesetzt werden müssen. Das sei aber nicht geschehen. Bürgermeister Olaf Kühn (parteilos) hingegen stellt die rechtliche Grundlage von Teilen des Beschlusses infrage. „Ich verstehe nicht, dass Dinge gefordert werden, die man juristisch nicht durchsetzen kann.“ Es sei zum Beispiel abwegig, die Wiederherstellung eines Teils der Eingangstore zu verlangen, auf die der Denkmalschutz verzichtet habe. Kühn bezog sich auf einen Passus der Baugenehmigung. Demnach sei der Park wieder herzustellen, „soweit dies erforderlich und behördlich genehmigungsfähig ist“. Dies sei mit dem Parkpflegekonzept geschehen, das die Denkmalbehörde genehmigt habe.

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Einen ähnlichen Standpunkt vertrat CDU-Fraktionschef Hannjo Nawrath. „Wir werden nur dem zustimmen, was der Denkmalschutz fordert. Alles andere entbehrt jeder rechtlichen Grundlage“. Für die Grünen brachte Fraktionschef Walter Sydow erneut den Vorschlag ins Spiel, eine Verbindung zu Georg Büchner und dem „Hessischen Landboten“ herzustellen. Büchner habe die Streitschrift mit der Losung „Friede den Hütten, Krieg den Palästen“ nur zwei Jahre nach Fertigstellung des Schlosses geschrieben. Das Büchner-Museum habe inzwischen zugesagt, die Seeheimer bei der Gestaltung einer entsprechenden Infotafel zu unterstützen.

Für die FDP bemängelte Fraktionschef Ralph Konrad, in der Vorlage werde nicht klar unterschieden, welche Aufgaben noch Sache des Investors seien und was die Eigentümer zu leisten hätten. Er regte an, den Zwist mit dem Investor durch eine Abnahme zu beenden und mit den Eigentümern nochmals ins Gespräch zu kommen. Hier gebe es Anzeichen für ein größeres Entgegenkommen als in früheren Zeiten.

Von Peter Gutting