Neue Heimat im Löwensaal

Nach der Aufführung muss aufgeräumt werden: die Chamäleon-Theatergruppe bringt den Löwensaal in Seeheim wieder auf Vordermann.Foto: Karl-Heinz Bärtl  Foto: Karl-Heinz Bärtl

Die erste Premiere des Chamäleon Theaters in der neuen Spielstätte im Saal des „Löwen“ in Seeheim vor Kurzem war ein solcher Erfolg, dass die Truppe um Liesel Naumann...

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SEEHEIM-JUGENHEIM. Die erste Premiere des Chamäleon Theaters in der neuen Spielstätte im Saal des „Löwen“ in Seeheim vor Kurzem war ein solcher Erfolg, dass die Truppe um Liesel Naumann demnächst anstelle der zwei Spielwochenenden pro Stück noch ein drittes hinten dran hängen wird.

Der alte Spielort wird nicht vermisst

„Wir mussten teilweise Leute nach Hause schicken, weil unsere Vorstellungen ausverkauft waren und wir nur ein begrenztes Platzangebot haben“, freut sich die Theaterchefin über den Erfolg des jüngsten Stücks „Spurlos verschwunden“ von Leslie Sands, das am 2. Juli seine letzte Aufführung hatte. Für die Laienspieler war dieses Stück gleich eine doppelte Premiere, denn erstmals spielten sie im Löwensaal, nachdem sie jahrelang im Saal der Jugenheimer „Krone“ ihre Heimat hatten.

„Der neue Standort ist super, wir vermissen ehrlich gesagt die ,Krone‘ nicht“, stellte Naumann beim Abbau der Bühne fest. 21 Jahre lang hatte das Chamäleon Theater in Jugenheim in der „Krone“ seine Spielstätte, die nach der letzten Spielzeit im November vergangenen Jahres geräumt werden musste. „Wir haben dort alles abgebaut vom Bühnenvorhang bis zu den Stuhlhussen“, beschreibt Naumann die Arbeiten. Da ihr der Saal neben dem Gasthof zum „Löwen“ in Seeheim von früher bekannt war, setzte sie sich mit der Eigentümerfamilie Felch in Verbindung. „Hier sind wir rundum gut aufgenommen worden“, freuen sich Spieler und Techniker der Truppe nach der erfolgreichen Spielzeit.

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Da der Saal des „Löwen“ über keine Bühne verfügt, hat Techniker Derek Schupp nahezu im Alleingang eine fast neue Bühne aus dem Allgäu aufgebaut. Dazu hat er aus abbaubaren Elementen die Wände errichtet, die nach Gebrauch abgebaut und gelagert werden können. Gleichsam in der letzten Minute hat er vor der Premiere im Saal noch den Bühnenvorhang aufgehängt. Darüber hinaus hat die Truppe die Elektrizität im Saal erneuert. „Die Möblierung selbst war vorhanden, allerdings haben wir aus Platzgründen die eckigen Esstische durch runde Bistrotische ersetzt“, erklärt Naumann. Auch die Beleuchtungstechnik und die Tontechnik wurden neu installiert, ebenso auch eine Umkleideecke.

„Die Akustik im Saal ist optimal, ebenso auch andere äußere Bedingungen wie die Garderobe und die Toiletten“, sagt sie. Insgesamt hat das Chamäleon Theater in die neue Spielstätte rund 8000 Euro investiert. Allerdings kann es sie nach Absprache mit der Betreiberfamilie Felch auch mietfrei nutzen, während die Wirtsleute bei den Aufführungen die Gästebewirtung übernehmen. „Wir sind jetzt rundum glücklich und unabhängig“, freut sich Naumann mit ihren Spielern. Außerhalb der Theaterzeit nutzt die Wirtsfamilie den Saal für eigene Veranstaltungen.

Mit dem Saal des „Löwen“ sei mitten im Ort eine gute Lösung für das Laientheater gefunden worden. Von der Qualität dieses neuen Spielorts können sich im nächsten Februar die Zuschauer überzeugen, wenn voraussichtlich das Boulevard-Stück „Nur keine Blumen“ über die Bühne geht.