Nach den Sommerferien Vorschlag über Zukunft der Sport- und...

Die Sport- und Kulturhalle in Seeheim: Seit Monaten wird diskutiert, in welchem Umfang das Gebäude saniert wird oder ob es einen Neubau geben soll. Foto: Guido Schiek  Foto: Guido Schiek

Seit mehr als sieben Monaten ist der Betrieb in der Sport- und Kulturhalle in Seeheim eingestellt. Wegen eines Wasserschadens am Dach hatte die Gemeinde das Gebäude im...

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SEEHEIM. Seit mehr als sieben Monaten ist der Betrieb in der Sport- und Kulturhalle in Seeheim eingestellt. Wegen eines Wasserschadens am Dach hatte die Gemeinde das Gebäude im Dezember 2016 geschlossen. Seither wird wieder neu über die Zukunft des ohnehin sanierungsbedürftigen Gebäudes diskutiert – bislang ohne Ergebnis. Für die Zeit nach den Sommerferien hat Bürgermeister Olaf Kühn (parteilos) nun eine Initiative angekündigt: „Ich werde einen Vorschlag unterbreiten, wie gebaut werden kann und wie das zu Vorhaben zu bezahlen ist.“

Die Finanzierung ist Dreh- und Angelpunkt der Diskussion. Denn es gibt eine Reihe von Varianten für die Sport- und Kulturhalle, die vor allem auch von den Vereinen intensiv genutzt und als Seeheims gute Stube bezeichnet wird. Der Darmstädter Architekt Hans Rittmannsperger hatte vor Monaten drei Vorschläge unterbreitet. Lange Zeit favorisiert wurde die sogenannte Maximallösung mit großem Anbau, sodass neben der Halle auch Platz genug für Sitzungssäle, Verwaltung, eine zentrale Bücherei und ein Bürgerbüro ist. Bei der Minimallösung fielen Verwaltungs- und Bibliothekstrakt weg. Stattdessen gäbe es einen nur eingeschossigen Anbau an der Längsseite mit Foyer und Bürgerbüro. Im dritten Entwurf ist die Bibliothek im zweigeschossigen Längsanbau untergebracht, für die Verwaltung bliebe kein Platz. Auf zwischen 8,7 und 11,2 Millionen Euro sind die Kosten kalkuliert.

Kühn hat grob ausgerechnet, welche Belastungen auf die Gemeinde zukämen. Für die teuerste Variante müsste Seeheim-Jugenheim jährlich 500 000 Euro an Kapitaldienst aufbringen. Hinzu kommt, dass sich die Gemeinde verpflichtet hat, jährlich eine halbe Million Euro an Schulden und Kassenkrediten zurückzuzahlen. Zusammengenommen müsste die Gemeinde also ein Plus von einer Million Euro erwirtschaften. „Das ist nicht leistbar“, sagt der Verwaltungschef. Bei der günstigsten Lösung wären es 800 000 Euro.

Denkbar ist laut Bürgermeister inzwischen aber eine noch kleinere Lösung, die die Kernsanierung der Halle und einen nicht so großen Anbau vorsieht.

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Architekt Rittmannsperger soll nun Kalkulationen für alle Varianten aufstellen. Parallel dazu soll ermittelt werden, welche Fördergelder es für einen Neubau oder eine Sanierung gibt und wie hoch das Eigenkapital ist. „Auf dieser Basis werden wir einen Vorschlag ausarbeiten“, sagt Kühn. Dabei geht es auch darum, ob es eine Sanierung oder einen Neubau geben soll.

Kriterien sind dabei auch die Vorstellungen, die der Runde Tisch unter Teilnahme der Vereine geäußert hat. So soll unter anderem auch weiterhin Sport getrieben werden können und der Schießstand im Untergeschoss erhalten bleiben. Auch die Bühne könnte erweitert werden.

Entscheiden muss die Gemeindevertretung. Die SPD-Fraktion befürwortet weiterhin einen Neubau ab Kellerunterkante. „Das ist besser kalkulierbar als eine Sanierung“, sagt Fraktionschef Wolfgang Weber. Die hohen Kosten will er mit Fördermitteln abfangen. Bei den anderen Fraktionen steht die Finanzierung im Mittelpunkt. „Wir können nicht die letzten Reserven aufbrauchen“, sagt der Grüne Walter Sydow. Eine Sanierung hält Jürgen Neipp (CDU) für sinnvoll. Er will aber zunächst einmal Kühns Vorschlag abwarten. Aus der Sicht von Ralph Konrad (FDP) sollten auch Alternativen wie der Bau einer schlichten Halle geprüft werden. „Es muss schließlich finanzierbar sein“, sagt er.

„Den Vereinen kommt es darauf an, dass die Nutzung so bleibt wie zuvor“, sagt Holger Göttmann, Zweiter Vorsitzender des Arbeitskreises örtlicher Vereine.

Von Wolfgang Görg