Knapp eine Woche im Amt: Seeheim-Jugenheims neuer...

Alexander Kreissl ist seit knapp einer Woche als Bürgermeister von Seeheim-Jugenheim im Amt. Foto: Dirk Zengel  Foto: Dirk Zengel

Alexander Kreissl ist seit vergangenem Donnerstag Bürgermeister von Seeheim-Jugenheim. Wie sind seine ersten Eindrücke? Der Christdemokrat nennt die Aufgaben, die er als...

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SEEHEIM-JUGENHEIM. Alexander Kreissl ist seit vergangenem Donnerstag Bürgermeister von Seeheim-Jugenheim. Wie sind seine ersten Eindrücke? Der Christdemokrat nennt die Aufgaben, die er als erstes angehen will.

Herr Kreissl, die ersten Tage als Bürgermeister liegen hinter Ihnen. Wie haben Sie die erlebt?

Ich habe einen ersten Eindruck gewonnen. Ich war schon bei Geburtstagen und bei einer Goldenen Hochzeit. Das war sehr interessant. Außerdem war da das normale Tagesgeschäft in der Verwaltung zu erledigen. Das war schon einiges.

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Sie haben bei ihrer Amtseinführung neue Ideen angekündigt. Welche wollen Sie als erste aufgreifen?

Jetzt geht es erst einmal darum, mit den Mitarbeitern zu sprechen, sie kennenzulernen und beispielsweise auch zu fragen, ob es aus Sicht der Mitarbeiter Veränderungen oder Verbesserungen geben könnte.

Wollen Sie in der Verwaltung etwas verändern?

Das kann ich so früh noch nicht sagen. Ich muss mir erst einmal einen Überblick verschaffen. Mein Ziel ist es zunächst, alle vakanten Stellen zu besetzen.

Die Grundsatzentscheidung für den Neubau der Sport- und Kulturhalle ist längst gefallen. Vor allem Vereine warten darauf, dass das Projekt schnell umgesetzt wird. Wie wollen Sie das Vorhaben forcieren?

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Das es jetzt zügig vorangehen muss, ist klar. Zuerst werde ich mit dem Arbeitskreis örtlicher Vereine über ihre Anliegen in Bezug auf die neue Sport- und Kulturhalle sprechen. Ein weiteres Thema ist die Finanzierung durch die Gemeinde.

Und wie soll die Halle bezahlt werden?

Wir können unter anderem Zuschüsse aus dem Investitionsprogramm der Hessenkasse beantragen, weitere Fördermöglichkeiten sind zu prüfen. Um Eigenkapital zu generieren, das bei Förderprogramme oft Voraussetzung ist, können wir über den Verkauf von Liegenschaften nachdenken. Und schließlich sind Finanzierungsprogramme WI Bank Hessen und andere Töpfe für solche Baumaßnahmen zu sichten und zu bewerten. Entscheiden wird am Ende das Parlament.

Wollen Sie das Haus Hufnagel dafür verkaufen?

Das kann ich noch nicht sagen, ob das ein Vorschlag sein wird, über den das Parlament entscheidet.

Der Haushalt weist ein Plus auf. Gleichwohl gibt es Investitionsstaus. Wo packen Sie zuerst an?

Sichtbar für alle ist der Straßenbau. Wir werden eine Prioritätenliste aufstellen und werden diese abarbeiten.

Als schwierig hat sich das Schaffen bezahlbarer Wohnungen erwiesen. Wie wollen Sie da vorankommen?

Erst einmal kann eine Gemeinde ja nur dort etwas machen, wo sie selbst Grund und Boden hat. Die Schaffung von Sozialwohnungen ist aus meiner Sicht eine originäre Aufgabe des Landes.

Könnte die Gemeinde nicht Grundstücke günstig verkaufen, damit die Mieten niedrig bleiben?

Das wäre eine Option. Doch wie sich ein Nachlass beim Grundstückspreis mindernd auf die Mieten in den kommenden Jahren auswirken könnte, müsste zunächst nachvollziehbar dargelegt werden. Gleichzeitig müssen wir mit Blick auf die Haushaltslage darauf achten, dass wir unsere Grundstücke zu marktgerechten Preisen verkaufen.

Es ist üblich, einem Amtsinhaber eine Frist von 100 Tagen einzuräumen, damit er richtig Fuß fassen kann. Das wäre bis zum 3. August. Was haben Sie bis bis dahin auf den Weg gebracht?

Ich will bis dahin mit allen Mitarbeitern gesprochen haben. Ich will bis dahin das Bauamt so besetzen, dass die anstehenden Arbeiten erfüllt werden können. Bis dahin ist auch eine Prioritätenliste mit Aufgaben erstellt und befindet sich in der Umsetzung.

Das Interview führte Wolfgang Görg.