Ideal, wenn’s schnell gehen soll

Christel Dalinger aus Ober-Beerbach serviert Gästen gerne ihre herzhaften Hackfleischzöpfe. Foto: Karl-Heinz Bärtl  Foto: Karl-Heinz Bärtl

Mikrowellen und Fertiggerichte sind oft die Folgen hektischer Alltage und der fehlenden Lust, lange etwas zu kochen. Die ganzen Vorbereitungen, das Zubereiten, zig Zutaten...

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SEEHEIM-JUGENHEIM. Mikrowellen und Fertiggerichte sind oft die Folgen hektischer Alltage und der fehlenden Lust, lange etwas zu kochen. Die ganzen Vorbereitungen, das Zubereiten, zig Zutaten einkaufen vorher – manche Alltage geben die Zeit dafür einfach nicht her. Das weiß auch Christel Dalinger aus Ober-Beerbach und hat für diese Situationen ein ganz besonderes Rezept: Hackfleischzöpfe.

Frisch, aufgewärmt und zur Not auch kalt

Wenn es also hektisch zugeht und die Muse fehlt, dann haben Gerichte, die schnell gemacht sind und trotzdem gelingen, Konjunktur. Auch ohne Mikrowelle und Fertiggerichtcharakter. Die man auch mal vorbereiten und nicht nur frisch, sondern auch aufgewärmt und beim größten Hunger auch mal kalt essen kann.

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So ein Gericht hat Christel Dalinger in ihrer Rezeptsammlung. Die Siebenundfünfzigjährige aus Ober-Beerbach kam vor 15 Jahren dazu. „Da arbeitete ich in einer Metzgerei und wir waren auf der Schulung eines Gewürzherstellers. Dort wurden unter anderem Hackfleischzöpfe gemacht. Damals habe ich das Rezept kennengelernt. Vorher hatte ich noch nie davon gehört.“

Seitdem gehören Hackfleischzöpfe zur Kulinarikwelt der zweifachen berufstätigen Mutter. Die reine Vorbereitungszeit ohne Backzeit beträgt nur knapp 15 Minuten. Da kann man auch in der größten Familienhektik nicht meckern. Blätterteigplatten sollte man daheim haben, einzig das Hackfleisch muss zeitnah eingekauft werden, sagt Dalinger. Den Rest für das Gericht gibt’s in jedem auch nur minimal sortieren Haushalt. Die Dalinger’sche Hackfleischzöpfe-Frequenz liegt bei „mindestens einmal im Monat“, sagt Christel Dalinger. Das Gericht ist beliebt in der Ober-Beerbacher Familie. In die Einmal-im-Monat-Frequenz nicht eingerechnet: Die vielen Gelegenheiten, zu denen die Hackfleischzöpfe Christel Dalingers Haus verlassen. Denn die mit Blätterteig ummantelten Teile sind durchaus auch Fingerfood-tauglich. Einfach ohne Besteck zulangen – das geht wunderbar, wenn die Zöpfe vorher etwas griff- und mundgerecht kleingeschnitten werden.

Eigentlich stehen die Hackfleischzöpfe also für sich. Christel Dalinger macht aber gerne mehr daraus. Mit einem Salat dazu – „Ich mache meistens Feldsalat oder auch einen Eisbergsalat“ – hat man mit ein wenig mehr Aufwand gleich ein komplettes Essen. „Denn eigentlich sind die Hackfleischzöpfe ja kein richtiges Hauptgericht. Mehr so ein Appetithappen, was Kleines halt. Aber mit einem Salat dazu wird schon etwas mehr draus.“

Variieren könne man die Hackfleischzöpfe auch ganz herrlich. „Einfach ausprobieren“, rät Dalinger, die als Küchenangestellte arbeitet. Fachfrautipp: „Mehr Zwiebeln rein, mehr Knoblauch. Chili passt auch ganz wunderbar und gibt ihnen gleich eine ganz andere Note. Da geht bestimmt noch einiges mehr an Variationen.“ In der Tat: In Frankreich und Belgien wird noch Gemüse (meist angebratene Auberginen) in das Hackfleisch gemischt. Doch das erhöht die Vorbereitungszeit etwas. Wer will, kann auch Feta- oder Schafskäsestücke dazugeben. Ebenfalls aus Frankreich stammt die Idee, die Innenseite der Blätterteigplatten vorher mit Crème fraîche zu bestreichen.

Von Jürgen Buxmann