Helferkreis Asyl: „Wir haben viel erreicht“

Auch um Kinder und Jugendliche kümmert sich der Helferkreis Asyl in Seeheim-Jugenheim. Foto: Karl-Heinz Bärtl   Foto: Karl-Heinz Bärtl

„Unsere Arbeit ist nach wie vor wichtig, auch wenn inzwischen viele der betreuten Flüchtlinge Asyl erhalten haben“, sagt Claudia Schlipf-Traub vom Helferkreis Asyl...

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SEEHEIM-JUGENHEIM. „Unsere Arbeit ist nach wie vor wichtig, auch wenn inzwischen viele der betreuten Flüchtlinge Asyl erhalten haben“, sagt Claudia Schlipf-Traub vom Helferkreis Asyl Seeheim-Jugenheim. Sie verweist darauf, dass die Zahl der ursprünglich rund 280 betreuten Flüchtlinge durch den Familiennachzug auf inzwischen rund 400 Personen angewachsen ist. Daher sei eine Begleitung nach wie vor wichtig, etwa bei Behördengängen, bei der Arbeitsaufnahme oder bei der Suche nach Wohnungen und Möbel.

„Anfangs ging es eher um die Starthilfe nach der Ankunft in Deutschland, um das Willkommen hier in Sicherheit und die großen Ängste, die diese Menschen mitbrachten und auch ganz praktisch um ihre mangelnden Sprachkenntnisse“, sagt Monika Müller-Ahlheim, die Patin ist und sich vor allem in der Wohnanlage im Balkhäuser Tal engagiert.

Die Ausgangslage habe sich inzwischen geändert, denn die meisten Flüchtlinge hätten sich mehr oder weniger mit der deutschen Sprache vertraut gemacht und würden sich in vielerlei Hinsicht gegenseitig unterstützen. „Sie kennen nun die einzelnen Abläufe besser, sind auch teilweise selbständiger geworden“, stellt Wolfgang Diedrich fest, der die Hausaufgabenhilfe koordiniert und ebenfalls als Pate arbeitet.

Verwiesen wird aber auch auf die angespannte Lage am Wohnungsmarkt, die die Wohnungssuche für Anerkannte schwierig mache. Das treffe weniger auf Alleinstehende zu als auf die teilweise großen Familien. Zwar habe eine siebenköpfige Familie ein kleines Haus zur Miete gefunden, aber aktuell sei man auf der Suche nach weiteren geeigneten Wohnungen für ähnlich große Familien, da inzwischen auch einige seit der Flucht Nachwuchs bekommen hätten.

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Zudem sei die Wohnungssuche schwer für die Gruppe unter den Flüchtlingen, die nur eine einjährige Aufenthaltsgenehmigung erhalten. Nicht immer sei es beim Einzug möglich, wohnortnah Kindergartenplätze zu bekommen.

„Die Integration hat bei vielen unserer Schützlinge schon gut funktioniert, allerdings macht sich auch dabei deren unterschiedliche Ausgangslage vom Akademiker bis zum Analphabet bemerkbar“, sagen die Helfer. Positiv wirke sich die halbe Sozialarbeiterstelle aus, die seit 2016 über Spenden finanziert wird. Hier werden Arbeit und Helferaktivitäten koordiniert und die Verbindungen zur Gemeinde und den Sozialarbeitern gehalten. Die Stelle ist auf zwei Jahre befristet, soll aber fortgeführt werden; dazu soll es im September einen Spendenaufruf geben.

Gegenwärtig etwa 200 Mitwirkende

Insgesamt sind derzeit etwa 200 Mitwirkende im Helferkreis in unterschiedlichen Bereichen aktiv. Die Bilanz des bisherigen Engagements ist durchaus positiv. „Wir haben viel erreicht und verfügen über eine gute Zusammenarbeit sowohl mit unseren Mitbürgern als auch mit Institutionen und der politischen Gemeinde“, stellen Monika Müller-Ahlheim und Wolfgang Diedrich fest. Wünschenswert seien allerdings noch mehr Patenschaften für Familien und Einzelpersonen, fügen sie an