Mundartfreunde Südhessen starten ihr neues Projekt

Die Kinder der Dr.-Jacob-Goldmann-Kindertagesstätte in Reinheim nehmen ein Lied auf für das neue Projekt der Mundartfreunde Südhessen. Von links: Peter Roßmann (Gitarre) sowie Fritz Ehmke und von der Kita Marina Schmitt und Ilona Salzer. Foto: Karl-Heinz Bärtl

Nun wollen die Babbler vor allem dafür sorgen, dass der Dialekt an Jüngere weitergegeben wird. Aufruf zu vielfältigen Bewerbungen.

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MODAUTAL/REINHEIM. In Südhessen läuten die Mundartfreunde um Fritz Ehmke aus Modautal-Lützelbach die nächste Phase ein, um den hiesigen Dialekt zu würdigen. Bisher stand die Dokumentation der Mundart im Vordergrund, nicht zuletzt durch CD-Projekte mit auf südhessisch vorgetragenen Liedern, Gedichten und kurzen Geschichten. Doch nun startet Teil zwei der Mission.

„Wir wollen nicht so weitermachen wie bisher, sonst stirbt der Dialekt aus“, sagt Fritz Ehmke. „Nun geht es darum, die Mundart weiterzugeben an die junge Generation. Sozusagen Mundart als Familienspaß.“ Das Ziel ist klar umrissen: Menschen, die Mundart leben, sollen motiviert werden, sich über Generationen hinweg zu engagieren.

Auch ein Preis ist geplant

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Dazu haben die Babbler nun das Benefizprojekt „Kaiserturm – ein Herz für die Mundart“ aus der Taufe gehoben. Der Turm oberhalb von Neunkirchen wurde gewählt, weil „er das Wahrzeichen im südlichen Odenwald ist und ihn jeder kennt“, sagt Ehmke. Und schiebt hinterher: „Außerdem können wir dann sagen: Die Auszeichnung kommt von höchster Stelle.“

Das Projekt ist in zwei Kategorien unterteilt. Unter „A“ soll ein Mundartpreis vergeben werden. Hierzu können sich Klassen, Bürger, Vereine oder wer auch immer mag mit einem Lied- oder Babbelbeitrag für eine CD-Produktion bewerben. Die Jury schaut anschließend, welcher Beitrag von der Qualität und dem Charakter her passt und entscheidet über die Auswahl. Maximal vier Minuten soll ein einzelner Beitrag dauern. Die Preisträger werden anschließend in einem professionellen Tonstudio mit ihren Liedern und Werken aufgenommen.

Der Auftakt ist bereits gemacht. Kinder der Dr.-Jacob-Goldmann-Kindertagesstätte in Reinheim erhielten kürzlich Besuch von Peter Roßmann an der Gitarre und Fritz Ehmke, um ein Lied aufzunehmen.

Und dann gibt es noch die zweite Kategorie: eine Mundart-Auszeichnung für Projekte mit Vorzeigecharakter, die der Förderung und dem Erhalt der Mundart dienen. Bewerben kann man sich hierbei mit eigenen Vorstellungen und Ideen, wie das Ziel erreicht werden kann. Ehmke nennt als Beispiel die Einführung von regelmäßigen Mundartzeiten in Kitas oder Grundschulen, Förderveranstaltungen in Vereinen oder eventuell auch Chor-Projekte auf Mundart. Eine Möglichkeit könnte auch sein, geeignete Literatur zur Verwendung in Schulen und Kitas zu schaffen. Oder Märchen im Dialekt aufzuführen oder etwa die Weihnachtsgeschichte dergestalt aufzuführen.

Die Mundartfreunde helfen gerne bei der Findung einer Idee oder eines Projektes. Sie können auch in gewissem Umfang musikalische Unterstützung leisten. Der Bewerbungsschluss ist in beiden Kategorien offen.

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Zu gewinnen gibt es eine künstlerisch gestaltete Kaiserturm-Nachbildung sowie einen Sach- und Förderpreis, über dessen Höhe im Einzelfall entschieden werden soll.

Bei der dritten Kategorie, der Ehrenauszeichnung, werden Personen gewürdigt, die sich um die Mundart verdient gemacht haben.

Von Matthias Voigt