Projekt über Glauben und Religion an FES

An der Friedrich-Ebert-Schule in Pfungstadt spricht der Schulsozialarbeiter Ingo Sander mit einer Schülergruppe. Foto: Karl-Heinz Bärtl  Foto: Karl-Heinz Bärtl

Neue Wege in Sachen Religion und Glauben beschreitet die Pfungstädter Friedrich-Ebert-Schule (FES) mit ihrem Projekt „Und was glaubst du so?“ und will damit Antworten...

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PFUNGSTADT. Neue Wege in Sachen Religion und Glauben beschreitet die Pfungstädter Friedrich-Ebert-Schule (FES) mit ihrem Projekt „Und was glaubst du so?“ und will damit Antworten finden auf die zunehmende Präsenz von Fragen und Problemen aus diesem Umfeld im Schulalltag.

„Wir haben unter unseren Schülern nicht nur evangelische und katholische Schüler, sondern auch Schüler, die unterschiedlichen muslimischen Richtungen angehören sowie Hindus, Buddhisten, Orthodoxe, Baptisten und Anhänger vieler anderer Bekenntnisse“, sagt Direktorin Dorothea Schachtsiek. Dies führe zu Vorurteilen und Auseinandersetzungen unter den Schülern. Mit dem Projekt, dessen erste Resultate jetzt vorgestellt wurden, will die Schule mit der Jugendsozialarbeit des Kreises an Schulen, der Erziehungsberatungsstelle in Pfungstadt und dem Jugendbildungswerk einen Weg aus dieser Spirale religionsbedingter Probleme im Schulalltag finden.

Die Idee zu diesem Vorhaben der Verbundsklassen sieben im Haupt- und Realschulzweig an der Schule entstand durch die Zusammenarbeit der Hauptbeteiligten in den vergangenen Jahren. Es bot den jungen Leuten im Religions- und Ethikunterricht die Chance, sich mit dem eigenen Glauben und dem Glauben der Mitschüler auseinanderzusetzen.

In Arbeitsgruppen erstellten die Schüler einen Fragenkatalog zu Religionen, für den sie Antworten auf Infotafeln und in Büchern in einem eigens für sie aufgebauten Arbeitsplatz in der Schule aber auch bei der Recherche im Internet finden konnten. In der Gruppe wurden die Ergebnisse ausgetauscht und darüber diskutiert. Nun wurde die Phase mit Fragen zur eigenen Identität begonnen.

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Auseinandersetzung mit Ritualen

„Wir haben dabei die unterschiedlichen Religionen und ihre Regeln kennengelernt“, stellt zum Beispiel Jason fest und verweist auf das Ritual der Namensgebung im Buddhismus. „Wir haben aber auch über das Kopftuch gesprochen, das islamische Frauen und Mädchen tragen sollen und darüber, dass türkische Jungen nicht mit Mädchen befreundet sein und dies auch nicht in den Medien kundtun sollen“, sagte Ingo Sander von der Jugendsozialarbeit. Man erhoffe sich einen respektvolleren Umgang der jungen Leute miteinander, sagten alle Beteiligte.

Die Auseinandersetzung sowohl mit der eigenen Religion als auch mit dem Glauben der Mitschüler wurde bei der Vorstellung positiv bewertet. „Hier wurde hervorragend gearbeitet und wir wollen dieses Vorhaben künftig fest im siebten Schuljahrgang anbieten und dabei auch auf unsere gymnasialen Klassen ausweiten“, betonte die Direktorin der FES.