Pfungstädter: Verhandlungen mit Investor Krück gestoppt

Die Computer-Darstellung zeigt den geplanten Neubau der Pfungstädter Brauerei in Südhessen. Foto: Pfungstädter Brauerei/dpa

Der geplante Verkauf und Neubau der Pfungstädter Brauerei liegt auf Eis. Die Stadt hat die Verhandlungen mit Uwe Dieter Krück gestoppt, weil er die Absicherung nicht leistete.

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PFUNGSTADT. Ernüchterung in Pfungstadt: Investor Uwe Dieter Krück wollte auf dem früheren Schwimmbadgelände die "modernste Brauerei" bauen. Doch daraus wird wohl nichts. Wie die Stadtverwaltung am Mittwochabend mitteilte, hat sie die Verhandlungen mit dem Investor gestoppt. Bürgermeister Patrick Koch (SPD): "Wir wollen absichern, dass das Grundstück, falls es nicht zum Neubau einer Brauerei kommt, wieder an die Stadt zurückfällt. Die Aufnahme entsprechender, abgesicherter Entschädigungsvereinbarungen zu gewährleisten, war der erklärte Auftrag der Stadtverordnetenversammlung, den ich sehr ernst genommen habe." Im Verlauf der Verhandlungen mit dem Anwalt von Krück sei deutlich geworden, dass keine wirkliche Bereitschaft existiere, der Stadt hinsichtlich einer solchen Absicherung entgegenzukommen. Die war jedoch für alle städtischen Verhandlungsteilnehmer Grundvoraussetzung. Und auch der Bürgermeister habe stets darauf hingewiesen. Zudem stehe der von der Stadt geforderte Finanzierungsnachweis für den Grundstückserwerb bis heute aus. Die Verhandlungen seien vor diesem Hintergrund schwierig und festgefahren gewesen, heißt es weiter. Weitere Gespräche machten nur dann Sinn, wenn Krück eine Einigung mit der Brauerei erzielt habe.

Erfolgreicher Abschluss in weiter Ferne

Der Stadt sei Anfang dieser Woche mitgeteilt worden, dass die Verhandlungen zwischen der Brauerei und Krück vorerst ausgesetzt würden. Ein für alle Seiten erfolgreicher Abschluss sei offenbar in weite Ferne gerückt. Nach wie vor fehlten Sicherheiten und Nachweise, aber vor allem eine belastbare Einigung zwischen Krück und der Brauerei. Solange diese nicht vorliegt, werde die Stadt die Verhandlungen über den Verkauf des Grundstückes aussetzen.

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"Dies habe ich nach sorgfältiger Abwägung und in dem Bewusstsein entschieden, dass wir als Stadt erst dann wieder an den Verhandlungstisch zurückkehren können, wenn zwischen Brauerei und Investor eine Einigung erzielt wurde. Denn selbstverständlich hat sich, bei allem Verständnis für die Brauerei und die Sorgen und Nöte der Mitarbeiter, nichts daran geändert, dass für uns die städtischen Interessen vor denen der Eigentümerfamilie der Pfungstädter Brauerei stehen", so der Bürgermeister.

Die Unterstützung für eine Verlagerung und den möglichen Erhalt der Brauerei sei von Beginn an von der Überzeugung getragen gewesen, dass es auch im Interesse der Stadt sei, einen Traditionsbetrieb in Pfungstadt zu erhalten. Die Rolle der Stadt in diesem Prozess habe sich jedoch stets auf die Suche nach einem hierfür geeigneten Grundstück. In den Investoren- und Entscheidungsprozess sei von städtischer Seite niemand involviert gewesen. "Was die Entscheidungen im Hinblick auf das Grundstück betrifft, hat die Stadt die Zügel selbst in der Hand. Die nun gefallene Entscheidung ist die logische und richtige Konsequenz", so die Erste Stadträtin Birgit Scheibe-Edelmann, die ebenfalls an den Verhandlungen teilgenommen hat.

Die Brauerei war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Von Anja Ingelmann