Pfungstädter Kleiderkammer schließt für immer

(steh). Die Kleiderkammer der Evangelischen Kirchengemeinde Pfungstadt im alten Hallenbad an der Kaplaneigasse ist geschlossen. Die Räume hatte die Stadt kostenlos zur...

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PFUNGSTADT. (steh). Die Kleiderkammer der Evangelischen Kirchengemeinde Pfungstadt im alten Hallenbad an der Kaplaneigasse ist geschlossen. Die Räume hatte die Stadt kostenlos zur Verfügung gestellt und sie jetzt gekündigt, weil dort angesichts des Wohnungsbedarfs in Pfungstadt eine Wohnung ausgebaut werden soll.

Mit diesem Thema hat sich auch die Pfungstädter Politik zuletzt beschäftigt. So hatte die Fraktion von UBP in der letzten Parlamentssitzung vor der Sommerpause den Antrag gestellt, dass wegen des vorhandenen Bedarfs Alternativen zur Kleiderkammer geschaffen werden sollten. Renate Dreesen (UBP) machte dabei deutlich, dass ein solches Angebot weiter in der Stadt erforderlich sei, daher sollten sich Magistrat und Sozialausschuss mit diesem Thema befassen.

Bürgermeister Koch spricht von doppeltem Angebot

Bürgermeister Patrick Koch (SPD) teilte dazu mit, dass sich die Stadt im Vorfeld der Schließung dieser Einrichtung nach ihrer Nutzung erkundigt und dabei die Auskunft erhalten hat, dass derzeit zwischen 30 und 40 Pfungstädter die Einrichtung nutzten. „Sie sind nahezu identisch mit den Nutzern des Pfungstädter Warenkorbs“, sagte Koch und machte deutlich, dass man auch bei solchen Angeboten Doppelstrukturen vermeiden sollte.

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Nun hat am 5. Juli nach 38 Jahren die Kleiderkammer zum letzten Mal ihre Kunden bedient. Geleitet wurde sie in dieser Zeit ehrenamtlich von Gina Henkel. „Derzeit sind es vor allem Flüchtlingsfamilien, die zu Fuß wegen der zentralen Lege hierher kommen“, sagt sie. Wie Pfarrerin Gudrun Olschewski mitteilt, hat der Kirchenvorstand beschlossen, die Restbestände der Kleiderkammer an die Diakonie in Nieder-Ramstadt abzugeben.