Noch ist nicht sicher, ob und wann das Hai-Aquarium gebaut...

Peta: Importstopp für Shark City in Pfungstadt

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PFUNGSTADT. In zwei Jahren soll Europas größtes Hai-Aquarium in Pfungstadt öffnen. Doch bereits jetzt schwimmen Haie für die Becken im pfälzischen Grünstadt, dem Sitz der Betreiberfirma The Seven Seas Aquarium GmbH & Co. KG. Diese provisorische Unterbringung ist für Tierschützer alles andere als artgerecht. Die Tierschutzorganisation Peta fordert jetzt einen „sofortigen Importstopp“ für weitere Tiere von Shark City.

„Haie für ein Aquarium zu fangen und zu importieren, dessen Bau noch nicht einmal feststeht, muss untersagt werden“, sagt Dr. Tanja Breining, Meeresbiologin und Fachreferentin für Fische und Meerestiere bei Peta.

Seven Seas-Geschäftsführer Thomas Walter hatte vor fünf Monaten gegenüber dem ECHO bestätigt, das in Grünstadt Haie für das in Pfungstadt geplante Aquarium gehalten werden. „Wir haben vereinzelte Tiere insbesondere aus Übernahmen oder Nachzuchten aufgenommen“, hatte Walter damals erklärt.

Nach Angaben des zuständigen Veterinäramtes des Landkreises Bad Dürkheim sind dort unter anderem ein Bullenhai mit einer Länge von mehr als einem Meter sowie andere deutlich kleinere Haie untergebracht. Sie werden „engmaschig“ überprüft. Beanstandungen gab es nicht.

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Aus der Sicht von Peta kann dies die Bedenken nicht zerstreuen. Eine jahrelange Haltung in Rundstrombecken könne für einen Hai, der in den Weiten des Ozeans zuhause ist, und oft stundenlang jagt, niemals artgerecht sein.

„Haie sind hochsensible Tiere, die man nicht wie leblose Warenartikel zwischenlagern kann“, kritisiert Breining.

Seven-Seas-Geschäftsführer Walter wollte sich nicht detailliert zu der Kritik äußern. „Es ist in diesen Zeiten themenübergreifend ein gerne eingesetztes Kommunikationsmittel, mit möglichst populistisch aufbereiteten Emotionen Stimmung zu machen“, erklärt er. Der Betreiber arbeite lieber weiterhin konkret daran, mit einem didaktischen Erlebniskonzept die wichtige Rolle der Haie im Ökosystem zu verdeutlichen.

Wann er mit dem Bau des Aquariums in einem im Nordwesten Pfungstadts gelegenen Gewerbegebiet beginnen kann, ist offen. Das Planungsverfahren läuft noch. Geplant war, die Unterlagen im nächsten Monat erstmals öffentlich auszulegen. Offenbar stehen aber weiterhin Gutachten aus. Auch der Kaufvertrag für die benötigten Grundstücke ist nach Angaben von Pfungstadts Bürgermeister Patrick Koch (SPD) noch nicht unterzeichnet. Nach dem bislang bekannten Zeitplan der Stadt soll der Bebauungsplan im nächsten Frühjahr beschlossen werden.

Von Wolfgang Görg