Ferienspiele in Pfungstadt

In der Stoffwerkstatt der Pfungstädter Ferienspiele geben Kinder alten T-Shirts einen neuen Look. Foto: Karl-Heinz Bärtl  Foto: Karl-Heinz Bärtl

In diesen ersten beiden Ferienwochen verbringen 125 Pfungstädter Kinder im Grundschulalter ihre Zeit bei den Ferienspielen der Kinder- und Jugendförderung, die dieses Jahr...

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PFUNGSTADT. In diesen ersten beiden Ferienwochen verbringen 125 Pfungstädter Kinder im Grundschulalter ihre Zeit bei den Ferienspielen der Kinder- und Jugendförderung, die dieses Jahr unter dem Thema einer Entdeckungsreise rund um die „faire Welt“ steht.

Sie wurden in neun Gruppen eingeteilt, die von je zwei Betreuern geleitet werden. In drei dieser Gruppen werden sie halbtags betreut. Evi Gerbes von den Veranstaltern unterstreicht, dass das Thema der fairen Welt auch für Kinder interessant und wichtig ist.

Neues Styling für das alte T-Shirt

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So lernen sie fair gehandelte Produkte kennen, stellen Vergleiche zwischen regionalem Obst und Gemüse und den importierten Südfrüchten an, setzen sich mit Kinderarbeit auseinander, zum Beispiel anhand von Textilien und den überwiegend in Pakistan hergestellten Fußbällen. „Wir arbeiten dieses Mal eng mit dem Pfungstädter FAIRein e.V. , aber auch mit dem Darmstädter Weltladen und Petra Kramer von der hiesigen Kräuterwerkstatt wegen des Themas zusammen“, sagt Gerbes.

Wie nachhaltig selbst Kinder schon mit Textilien umgehen können, erleben die jungen Leute in der Textilwerkstatt „Pimp your T-Shirt“. Dafür haben die Kinder gebrauchte Shirts von zuhause mitgebracht, denen sie nun mit Farbe, Pinsel oder Druckschablone ein neues und sehr individuelles Styling verpassen. Angeleitet werden sie dabei von Christine Kinzel, der Vorsitzenden des Pfungstädter FAIReins. Die 15 „Grauen Reporter“, so ihr Gruppenname, haben dazu auf dem großen Tisch im Jugendraum ihre gesamten Utensilien ausgebreitet von den Töpfchen mit der Textilfarbe über Pinsel und Farbroller, bis hin zu Schablonen und Druckstempel mit vielen schönen Mustern.

Auf dem Billardtisch liegen schon ausgebreitet die Shirts der Vorgängergruppe, die an diesem Morgen bereits an der Arbeit waren und erstaunliche Verwandlungen mit ihren gebrauchten Oberteilen vollzogen haben. „Das spornt die anderen an“, sagt Gerbes beim Überblick über die fertigen Hemden. Christine Kinzel hat den Kindern zu Beginn der Arbeit mit den Textilien eine kleine Einführung in das Thema Baumwolle gegeben, ihnen reife Baumwolle vor dem Pflücken vorgestellt, ihnen berichtet, wo sie überall gedeiht, wie sie geerntet und verarbeitet wird und woher die daraus gefertigten Textilien kommen. Sie hat ihnen dabei auch die Gegensätze zwischen Billigtextilien und fair produzierter Ware vorgestellt.

„Ich habe mir ein altes weißes T-SHirt für diese Arbeit mitgebracht“, berichtet der elfjährige Ilajah. Er hat die Rückseite weitgehend fertiggestellt mit einem Peace-Zeichen, einer Comicfigur und dem Symbol der Darmstädter „Lilien“. „Das habe ich nur genommen, weil wir keine Vorlage für ein Emblem des FC Bayern haben“, grummelt er, während er darauf wartet, dass die Farben trocknen, damit er die Arbeit an der Vorderseite beginnen kann.

„Ich habe heute ein T-Shirt von meinem Papa mitgebracht, das gestalte ich neu und schenke es ihm dann“, freut sich der ebenfalls elfjährige Kian, der gerade mit einem Druckstempel zugange ist. „Mir macht das richtig Spaß“, gesteht er während der Arbeit, zumal er sich mit dieser Beschäftigung noch nie auseinandergesetzt habe.