Dachverband sieht Hallenbadpläne in Pfungstadt in Gefahr

Vereine sehen den Umzug der Pfungstädter Brauerei skeptisch. Foto: Torsten Boor

Vereine sehen den Umzug der Pfungstädter Brauerei skeptisch. Der Bau auf einem anderen Standort könnte zu teuer sein. Bürgermeister Patrick Koch kündigt ein Konzept an.

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PFUNGSTADT. Die Umzugspläne der Pfungstädter Brauerei haben die erste Hürde genommen. Der Magistrat der Stadt hat am Dienstagmorgen die Umsiedlung des Betriebs auf das Schwimmbadgelände und der Entwicklung eines neuen Wohnquartiers auf dem jetzigen Brauereiareal reagiert und dem Stadtparlament die Zustimmung empfohlen. Der Dachverband Schwimmen sieht indes seine Pläne für ein neues Hallenbad in Gefahr. "Das ist ein herber Rückschlag", sagt Verbandssprecher Holger Heisel. Sollte die Brauerei auf das Badgelände an der Dr.-Horst-Schmidt-Straße ziehen, werde der Neubau eines Schwimmbades um mindestens eineinhalb Jahre zurückgeworfen. "Und mit jedem Jahr steigen die Investitionskosten", sagt Heisel.

Der Dachverband, in dem die Schwimmsport treibenden Vereine und eine Schwimmschule zusammengeschlossen sind und der seit 2014 ehrenamtlich an einem Konzept arbeitet, hatten gehofft, in zwei Jahren den Badebetrieb aufnehmen zu können. Die Brauereipläne kommen für Heisel und seine Mitstreiter überraschend, zumal sie sich schon fast am Ziel gesehen haben: Erst im Juni dieses Jahres hatte die Stadtverordnetenversammlung entschieden, die Pläne weiterzuverfolgen.

Aus für ein neues Bad

Jetzt befürchtet der Dachverband, dass der Umzug der Bierbrauer das Aus für ein neues Bad bedeutet. "Das Vorhaben wird jetzt teurer, allein schon wegen der notwendigen Erschließung", sagt Heisel. So seien Wasser- und Abwasseranschlüsse notwendig, "die keineswegs Hausstandard sind". Schließlich könnte das Projekt am Geld scheitern.

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Offen ist auch der neue Standort für das Bad. Im Gespräch soll das Gewerbegebiet Nordwest sein, war von einem Teilnehmer der Runde von Kommunalpolitikern zu hören, die am vergangenen Freitag von Bürgermeister Patrick Koch (SPD) über die Umzugspläne informiert worden war.

Enttäuscht ist Heisel zudem, dass Stadt und Brauerei in ihrem Eckpunktepapier nicht zu den Schwimmbadplänen Stellung genommen haben. "Es fehlt ein Bekenntnis zu dem Bad", sagt der Dachverbandssprecher. Gegenüber dem ECHO hatte Bürgermeister Koch angekündigt, bis Ende Januar nächsten Jahres einen Standort und ein Konzept für einen Neubau vorzulegen.

Von Wolfgang Görg