Vermisster Junge aus Otzberg ist wieder da

In einem Wald zwischen Brensbach und Fränkisch-Crumbach (Dornwäldchen) hat ein Suchtrupp den 13 Jahre alten Jungen am frühen Montagmorgen angetroffen. Er war laut Polizeibericht leicht unterkühlt und hatte ein paar Schürfwunden.  Foto: Guido Schiek

Ein glückliches Ende nahm am frühen Montagmorgen die Suche nach einem 13 Jahre alten Jungen aus dem Otzberger Ortsteil Ober-Klingen. Nach stundenlangem Einsatz haben...

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OTZBERG. Ein glückliches Ende nahm am frühen Montagmorgen die Suche nach einem 13 Jahre alten Jungen aus dem Otzberger Ortsteil Ober-Klingen. Nach stundenlangem Einsatz haben Rettungskräfte den Dreizehnjährigen in einem Wald zwischen Brensbach und Fränkisch-Crumbach gefunden. Wie die Polizei mitteilte, war der Junge nach einem häuslichen Streit von zu Hause weggelaufen. "Er ist zwar leicht unterkühlt, sonst aber wohlauf", lautete gegen 2 Uhr in der Frühe die gute Nachricht des Polizeiführers vom Dienst, René Bowitz.

Damit endete für den Jungen eine gut acht Kilometer lange Tour bei Minusgraden durch den Schnee. Wie die Polizei mitteilte, hatte der Dreizehnjährige das Haus ohne Schuhe verlassen. Seit 19 Uhr am Sonntagabend hatten zahlreiche Einsatzkräfte nach dem Jungen gesucht. Auch ein Polizeihubschrauber mit Wärmebildkamera war im Einsatz, ebenso Hundestaffeln aus Dieburg und Heppenheim sowie die Bergwacht. Neben Polizeibeamten, der Schnell-Einsatz-Gruppe des DRK (SEG) waren auch die Otzberger Feuerwehr sowie die Wehren aus Brensbach und Fränkisch-Crumbach an der Suche beteiligt, wie Marius Wörle, der Gemeindebrandinspektor von Otzberg, dem ECHO schilderte. Wörle wurde um 21 Uhr alarmiert. "Junge entlaufen" lautete der Einsatz.

80 Helfer gehen spontan auf Spurensuche

Auch etwa 80 freiwillige Helfer gingen am Abend spontan auf Spurensuche nach dem Jungen. Die Nachricht von dem Ausreißer hatte sich am Abend in Ober-Klingen rasch verbreitet. "Vor allem in den sozialen Medien ging das am Abend in Windeseile rum", sagte Wörle. Viele dutzend Einträge in lokalen Gruppen auf Facebook zeugen von der großen Anteilnahme. Vor allem der über dem Ortsteil kreisende Polizeihubschrauber hatte am Abend die Aufmerksamkeit vieler Bürger erregt. "Ein Kind wird gesucht", postete eine Nutzerin auf Facebook. "Hoffentlich wird es schnell gefunden", schrieb ein weiteres Mitglied der Otzberger Facebook-Gruppe. Während die einen in Gruppen loszogen, um nach dem Jungen zu suchen, hielten andere die Bürger über die sozialen Medien auf dem Laufenden. "Das Kind versteckt sich, also schaut doch einfach mal in euren Scheunen oder Versteckmöglichkeiten", lautete ein Eintrag.

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Begonnen hatte die Suche am Sportplatz von Ober-Klingen. Dort wurde der Junge von Anwohnern gesehen, die das auf Facebook mitteilten. Am Sportplatz haben auch die Suchhunde der Hundestaffeln die Spur aufgenommen. Dazu hatten sie zuvor im Elternhaus des Jungen an einem Kleidungsstück des Dreizehnjährigen geschnüffelt, wie Gemeindebrandinspektor Wörle erläuterte. "Dass der Junge barfuß unterwegs war, hat uns die Suche letztendlich erleichtert", sagte Marius Wörle. Denn die vielen freiwilligen Unterstützer des Suchtrupps haben ebenfalls Spuren im Schnee hinterlassen. Die Fußspuren des Jungen seien zum Glück auffällig gewesen.

Bis zum rund acht Kilometer entfernten Fundort in dem Wäldchen zwischen Brensbach und Fränkisch-Crumbach ist der Suchtrupp immer wieder auf Hinweise gestoßen. Wie Bernd Hochstätter vom Polizeipräsidium Südhessen in Darmstadt mitteilte, war der Junge wohl zunächst zum Schlachthof an der Bundesstraße 38 gelaufen. Von dort lief er vermutlich parallel zur B38 bis Brensbach, wo er erst die B38 und im späteren Verlauf auch die Gersprenz überquerte. Bei Nieder-Kainsbach haben die Retter die letzten Fußspuren des Dreizehnjährigen entdeckt, der um 1.35 Uhr schließlich mit Hilfe der Wärmebildkamera in dem Wäldchen westlich der Gersprenz ausgemacht und von den Rettungskräften angetroffen wurde.

Mutter will sich nicht zum Vorfall äußern

"Er war in einer erstaunlich guten Verfassung", sagte Wörle. Was Auslöser des Streits war und warum der Junge ohne Schuhe das Haus verlassen hatte, dazu wollten sich weder Polizei noch die Mutter des Jungen am Montag gegenüber dem ECHO äußern. "Das Kind ist wohlauf, das ist das Wichtigste", sagte die Mutter. Sie sei allen dankbar, die sich an der Suche beteiligt haben. Mehr wollte sie zu dem Vorfall nicht sagen.