Eine Schutzhütte zieht um

Wilhelm Speckhardt (Mitte) und Modautals Bürgermeister Jörg Lautenschläger (links neben ihm) übergaben die sanierte Brandauer Wilhelmshütte an die Bürger. Foto: Melanie Schweinfurth  Foto: Melanie Schweinfurth

Am Stammtisch der Freiwilligen Feuerwehr Brandau ist schon so manche Idee entstanden. Eine davon ist es, die alte, vom Verfall bedrohte Schutzhütte am ehemaligen Spielplatz,...

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BRANDAU. Am Stammtisch der Freiwilligen Feuerwehr Brandau ist schon so manche Idee entstanden. Eine davon ist es, die alte, vom Verfall bedrohte Schutzhütte am ehemaligen Spielplatz, zu restaurieren und an einem neuen Standort wiederaufzubauen. Weil an dem Stammtisch nicht nur kreative, sondern auch handwerklich talentierte Männer sitzen, werden solche Gedanken auch umgesetzt. Dazu gehört die Schutzhütte.

1994 wurde die sechseckige, einem Pavillon ähnliche Holzhütte auf dem Spielplatz an der Straße „Am Hafen“ errichtet. „Wir wollten damals dem Spielplatz eine besondere Aufenthaltsqualität verleihen, und ihn nicht nur für Kinder, sondern für die ganze Familie attraktiv machen“, erzählt Wilhelm Speckhardt junior, der Anfang der neunziger Jahre Bürgermeister der Gemeinde Modautal war.

Das Holz war morsch, das Dach undicht

In einem großen Arbeitseinsatz, an dem auch Austauschschüler aus Frankreich beteiligt waren, errichtete die Brandauer Jugend die Hütte. Mittlerweile hat der Spielplatz ausgedient, ebenso die Schutzhütte. Ihre sechs Stützpfeiler waren von der Witterung morsch geworden, das Dach spröde und undicht, das Holz in schlechtem Zustand. Die Hütte zu restaurieren wäre für die Gemeinde zu aufwendig und teuer geworden. Abriss und Entsorgung schienen unausweichlich.

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„Das wollten wir auf keinen Fall“, sagt Wilhelm Speckhardt senior, Vater des ehemaligen Bürgermeisters, Mitglied des Feuerwehrstammtischs und Ideengeber für das Projekt Schutzhütte. In den Reihen der Feuerwehrleute gebe es zahlreiche Handwerker, die sich spontan bereit erklärten, das Häuschen wieder instand zu setzen. Beim Gemeindetag zum Jahreswechsel berichtete Speckhardt Bürgermeister Jörg Lautenschläger von den Überlegungen.

„Der Feuerwehrstammtisch konnte sich unserer Unterstützung sicher sein“, sagt Lautenschläger. Die Gemeinde stellte das Material zur Verfügung sowie Hilfestellung durch den Bauhof. Außerdem wurde am Streithain, unweit des Friedhofs eine geeignete Stelle als neuer Standort auserkoren. „Hier führen Alemannenweg und Waldenserpfad entlang, die Teil des Qualitätswanderwegs des OWK sind“, erläutert der Bürgermeister und verweist zudem auf den eindrucksvollen Panoramablick.

Bevor die Hütte aber an ihrem neuen Standort aufgestellt und am Sonntag in einer kleinen Feierstunde an die Öffentlichkeit übergeben werden konnte, mussten die Feuerwehrleute zwei Monate Arbeit in ihr Projekt stecken. „Wir haben den morschen Teil der Holzpfeiler abgesägt, die Hütte in meine Scheune gebracht und dort alles aufgearbeitet“, erzählt Wilhelm Speckhardt. Damit die Holzkonstruktion vom Erdreich her keine Feuchtigkeitsschäden bekommt, erhielt sie einen metallenen Unterbau, der in das Fundament geschraubt wurde.

Zu Ehren des Ideengebers und Retters der Brandauer Schutzhütte erhielt diese am Sonntag auch offiziell ihren Namen: Wilhelmshütte.