Artenschutzgutachten für möglichen Standort der neuen...

Nach dem Willen der Gemeinde Modautal soll auf diesem Grundstück südlich der Kreisstraße von Ernsthofen nach Asbach der neue Feuerwehrstandort „Modautal-Nord“ gebaut werden. Links im Foto verläuft die Ortsverbindungsstraße nach Klein-Bieberau. Foto: Guido Schiek   Foto: Guido Schiek

Die Gemeinde Modautal ist in Eile beim Projekt Feuerwehr Modautal-Nord. Wie berichtet, soll ein neues Feuerwehrgerätehaus die bestehenden nördlichen Ortsteilwehren ablösen....

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MODAUTAL. Die Gemeinde Modautal ist in Eile beim Projekt Feuerwehr Modautal-Nord. Wie berichtet, soll ein neues Feuerwehrgerätehaus die bestehenden nördlichen Ortsteilwehren ablösen. Dadurch sollen die sechs Ortsteile Neutsch, Ernsthofen, Herchenrode, Asbach, Klein-Bieberau und Webern abgedeckt werden. Der Standort ist angedacht an der Kreisstraße von Ernsthofen nach Asbach, einige hundert Meter vom Ernsthöfer Ortseingang entfernt.

Grundstück ist nicht im Besitz der Gemeinde

Das dafür in Frage kommende Grundstück „Am Sandberg“ ist nicht im Besitz der Gemeinde, sondern es gehört der Hessischen Landgesellschaft. Die wiederum könnte durch einen Grundstückstausch im Rahmen eines Bauland-Umlegungsverfahrens Grund und Boden im Gebiet des Bebauungsplans „Kleingartenanlage“ in Ernsthofen erhalten. Allerdings hat der Nabu während des Beteiligungsverfahrens eine Stellungnahme eingereicht, „die auf ein mögliches Vorkommen von Zauneidechsen und Fledermäusen im Plangebiet“ hinweist, wie es in der Vorlage des Gemeindevorstands heißt. Also muss sich ein Artenschutzgutachter der Sache annehmen. Daher sei der Satzungsbeschluss nicht vor Herbst 2017 machbar, solange werde die Baulandumlegung nicht erfolgen können.

Für den als neuen Feuerwehrstandort angedachten Grund und Boden außerhalb Ernsthofens ist nun auch ein Artenschutzgutachten nötig, um das Bauleitverfahren dort weiterführen zu können. Denn bisher, so wird in der Vorlage geschildert, besteht lediglich ein Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan. 6000 Euro werden für das Gutachten veranschlagt.

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Eile hat Modautal, weil es darauf hofft, eine Förderung des Landes Hessen für den Neubau des Feuerwehrgerätehauses einstreichen zu können. Abgabefrist beim Landkreis Darmstadt-Dieburg ist hierfür der 1. September 2017. Einreichen muss die Gemeinde unter anderem eine Bauzeichnung, einen Lageplan des Bauvorhabens und das Raumprogramm. Die Planungskosten für die Erstellung des Förderantrags werden mit 5000 Euro angegeben.

Es hat längst Gespräche mit dem Kreis gegeben, dass die Gemeinde Modautal am neuen Standort ein Katastrophenschutzlager bauen und betreiben will. In der Fachsprache wird es als „Lager für die überörtliche Hilfe“ bezeichnet. Bürgermeister Jörg Lautenschläger (CDU) sorgte sich im Vorfeld der Parlamentssitzung, dass das Projekt Modautal-Nord nun verzögert werden könnte und die Förderung für das Katastrophenschutzlager an anderer Stelle im Kreis eingesetzt werde. Modautal ginge leer aus.

Daher hieß es in der Vorlage des Gemeindevorstands, dass die Anträge vergeben werden sollten, auch wenn der Gemeinde noch nicht das Grundstück „Am Sandberg“ gehört. „Wenn das nicht jetzt geschieht, geht ein Jahr verloren“, sagte Lautenschläger. Auch sei in diesem Fall ungewiss, ob die Gemeinde Modautal den ersten Platz auf der Prioritätenliste des Landkreises 2018 einnehmen kann.

Sämtliche Gemeindevertreter stimmten dem Vorhaben zu. Zuvor hatte Dirk Fokken (Grüne) Bedenken angemeldet: „Es gibt keinen sicheren Plan B. Dieser Schritt ist auch ein Risiko.“ Lautenschläger verdeutlichte, dass zur Einhaltung der Hilfsfrist überhaupt nur ein sehr enger Korridor für den neuen Standort in Frage käme, der sich nahe des angedachten Ortes befinden müsse.

Von Matthias Voigt